von unserem Mitarbeiter René Ruprecht

Horhausen — In der Bürgerversammlung 2013 war die Sanierung der Ortsdurchfahrt ein Brennpunkt wie auch die Erneuerung der Wasser- und Kanalsysteme in der Thereser und Dampfacher Straße. Der Gemeinderat hatte die Kosten der Vollsanierung schätzen lassen: rund 854 000 Euro. In der letzten Gemeinderatssitzung kamen Gemeinderat und Bürgermeister Matthias Schneider überein, den Vollausbau zu verschieben, denn die Gemeinde könnte 2016 Fördermittel für die Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen bekommen. Das würde sich für das gesamte Vorhaben rechnen.
Bei der Bürgerversammlung sprach Schneider mit dem bayernweiten Sanierungsstau einen Hintergrund an. Die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben werden überarbeitet: "Das Problem gibt es nicht nur in Horhausen, viele Kommunen kommen in Bedrängnis, etwas machen zu müssen aufgrund der 50 bis 60 Jahre alten Leitungen. Der Staat merkt, dass sich die Kommunen es nicht leisten können", so Schneider. Der demografische Wandel spielt für die Überarbeitung der Förderrichtlinien auch eine Rolle, denn deswegen steigen die Mehrkosten pro Kopf.

Kanäle sind extrem überlastet

Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass die Kanäle in der Dampfacher und in der Mühlenstraße extrem überlastet sind, ein Trennbauwerk zum Kanal der Thereser Straße würde da entlasten. Alles in allem werden die Kosten auf eine Million Euro geschätzt. Allerdings werden die größten Straßenschäden, vor allem im Kirchenumfeld, provisorisch ausgebessert.
Der Bürgermeister erläuterte, warum sich bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt höhere Kosten ergeben (155 000 Euro); die sind für ein hydraulisches Abschlagbauwerk nötig (es verhindert überschwemmte Straßen). Ebenso entstehen in Horhausen "nicht ortsübliche" Tiefbaukosten, weil der Kanal bis zu fünf Metern tief (statt der üblichen knapp zwei Meter) in der Thereser Straße verlegt werden muss. Schneider betonte, dass ein Teilausbau nicht infrage käme.
Die außerordentliche Belastung der Straßen durch Lastwagen sehen die Bürger als größten Verursacher. Nicht nur Waldfried Weinmar fand es ungerecht, dass die Anwohner nicht nur den Lärm zu ertragen haben, sondern auch noch die Kosten mitschultern müssten. Schneider gab allerdings zu bedenken, dass die Straße eben nicht mehr dem aktuellen technischen Stand entspricht. "Es hilft also nicht, nur zu sagen: Der Schwerlastverkehr hat die Straße beschädigt."
Die Horhäuser hätten schon Ideen, wie ihre Lebensqualität (und auch die Kostenbelastung) besser würde: eine Umgehungsstraße, die Gemeindestraße in eine Kreisstraße umzuwandeln oder ein Durchfahrverbot für Lkws. Mario Dorsch meinte, dass "Horhausen zu kurz kommt und auch kleine Sachen nicht umgesetzt werden, das ist ärgerlich und staut sich an".