Gewaltige sechzehn Meter ist es hoch, sechs Meter breit - das Fastentuch "Davids Harfe" der österreichischen Künstlerin Lisa Huber. Seit Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit, hängt es im Westchor des Bamberger Doms und verdeckt Besuchern und Gottesdienstteilnehmern ganz bewusst den Blick auf ein zentrales Element des christlichen Glaubens: die Kreuzigungsgruppe.

Die Platzierung des Tuchs als "Störer" hält dem Betrachter unweigerlich die Abwesenheit und den Opfertod Jesu Christi vor Augen - und bereitet damit gedanklich auf die Auferstehung und das nahende Osterfest vor, heißt es in der Pressemitteilung der Erzbistums. Das Tuch sei in den vergangenen Jahren auch schon im Dom von Klagenfurt sowie im Wiener Stephansdom gezeigt worden.

Für die Gestaltung des Fastentuches hat sich Lisa Huber am 90. Psalm des Alten Testaments orientiert. Die fragile Existenz des Menschen, die in diesen Zeilen deutlich wird, stellt sie in abstrakten Bildelementen dar: dunkle Scherenschnitte, die in jahrelanger Handarbeit künstlerisch in Sticktechnik umgesetzt wurden. Geleitet wird der Blick von Darstellungen der drei großen Glaubensväter: Abraham, Jakob und David.

Interessierte können sich bis 31. März im Diözesanmuseum Bamberg ausführlich informieren. Dort sind ein Entwurf des Tuchs sowie weitere Werke der Künstlerin zu sehen und es kann darüber hinaus eine Buchpublikation über das Fastentuch erworben werden. red