Wenn's um das Ende eine Ehe geht, herrscht unter den Ex-Liebenden meistens Einigkeit, einen Schlussstrich zu ziehen: Von 219 Scheidungsanträgen im Kreis Bad Kissingen wurden 2015 von den Betroffenen 75,34 Prozent im gegenseitigen Einverständnis gestellt. Die absolute Zahl der Scheidungen liegt damit um 38 höher als 2015. Was nicht im Bayerntrend ist, da sank die Zahl der Scheidungen um 216 von 24 463 auf 24 247-mal.


Mehr Männer stellten den Antrag

Von den Ehefrauen kamen nach den Daten des Landesamtes für Statistik 48,70 Prozent und damit weniger als die Hälfte der Scheidungsanträge (mit oder ohne Zustimmung des Mannes, meistens aber mit). Da haben sich die Männer emanzipiert: Im Jahr 2000 wollten noch mit fast 58 Prozent mehr Frauen als Männer einen Schlussstrich ziehen. Im Kreis Bad Kissingen kamen 40,18 Prozent der Anträge von Frauen (Jahr 2000: 59,05 Prozent). Weiter aufgeschlüsselt, stellten in 83 Fällen im Kreis Bad Kissingen die Frauen den Scheidungsantrag mit Zustimmung des Mannes, in fünf Fällen ohne. Bei den Männern hatten 82 Antragsteller die Zustimmung der Frau, neun nicht. Und in 40 Fällen stellte das Noch-Ehepaar gleich gemeinsam den Antrag, Ex-Ehepaar zu werden. Von den 219 Scheidungen im Kreis Bad Kissingen erfolgten 176 nach einjähriger Trennung. In 41 Fällen sträubte sich ein Ex-Partner drei Jahre lang, wieder als Single oder alleinerziehende Mutter beziehungsweise alleinerziehender Vater durchs Leben zu gehen. Der Rest sind Spezialfälle, in denen das Familiengericht aufgrund besonderer Umstände das Scheitern der Ehe feststellt. zds