Zu dem geplanten Projekt des Trial-Sport-Clubs Kulmbacher Land e.V. im DMV, in der Gemeinde Rugendorf, auf dem Gelände des Schotterwerks der Firma Schicker, im östlichen Teil des Grundstücks ein Übungsgelände für Verkehrserziehung einzurichten, erreicht uns eine Stellungnahme des Vorsitzenden des Clubs, Klaus Herold.


Jugendarbeit vorrangiges Ziel

"Da der Verein zehn jugendliche Mitglieder hat und die Jugendarbeit das vorrangige Ziel ist, braucht er dringend ein Trial-Übungsgelände", so Herold. Bei einem Lokaltermin auf dem Gelände seien der Betriebsleiter, der Jagdpächter, er als Vorsitzender sowie Jugend- und Sportleiter des Clubs anwesend gewesen. Gleich zu Beginn habe der Betriebsleiter gesagt, dass er seine Zustimmung zu diesem Vorhaben nur geben werde, wenn alle einvernehmlich zu diesem Projekt stehen. Der Jagdpächter habe betont, so Herold, dass er Motocross- und Kart-Fahrer auf keinen Fall in seinem Jagdrevier dulden werde.
"Ich wollte versuchen, ihm den Unterschied zwischen Trial-Motorrad und Moto-Cross-Maschine zu erklären. Ich sagte, bei Moto-Cross-Maschinen sind die Motoren auf möglichst viel Leistung bei hoher Drehzahl, mit der sich zwangsläufig daraus ergebenden Geräuschentwicklung, ausgelegt. Bei Trial-Motorrädern ist die Motorleistung weniger gefragt, sondern ein gutes Drehmoment bei niedriger Drehzahl, um die Übungen mit möglichst geringer Geschwindigkeit zu meistern."
Seine Antwort sei gewesen, dass Motorräder Motorräder seien. Er habe erklärt, welche seltenen Vögel sich in seinem Revier aufhalten. "Ich sagte zu ihm, was das mit dem eingefriedetem Betriebsgelände zu tun habe, wo sich den ganzen Tag Lastkraftwagen und große Radlader bewegen und wesentlich mehr Lärm machen als Trial-Motorräder", so Klaus Herold weiter.


Rehe haben zugeschaut

Der Jagdpächter sei der Meinung gewesen, daran habe sich das Wild schon gewöhnt. "Ich erwiderte, dass uns die Rehe beim Training schon zugeschaut hätten und uns bis auf fünf Meter hätten heranfahren lassen. Das Wild wisse auch, dass keine Gefahr drohe, wenn ein Bauer mit seinem Traktor komme, die Motorsäge heraushole und einen Baum fälle. Aber ihnen sei auch bewusst, wenn ein grün gekleideter Mann mit einem Gewehr auf dem Rücken komme, sei das für sie die höchste Gefahr."
Der Jagpächter habe erklärt, er wolle das Vorhaben auf gar keinen Fall zulassen. Es werde eine Wertminderung seiner Pacht zufolge haben, worauf er den Jagdgenossen, das sind die Grundstückseigentümer, eine Kürzung der Pacht um 50 Prozent ankündigen werde. Somit würden die Jagdgenossen auf keinen Fall dem Vorhaben zustimmen. Auch der Gemeinderat, auf den viele Jagdgenossen Einfluss nehmen, werde seine Zustimmung verweigern.
Herold abschließend: "Wenn vor 100 Jahren die Gesellschaft so wie heute gewesen wäre, wo jeder meint, alles verhindern zu müssen, gäbe es keine Eisenbahn, Autobahnen und auch keine Stromleitungen!" red