Bruno Preissinger Jeder kennt ihn oder hat ihn schon einmal gehört, den Ausspruch "Schnee von gestern". Gemeint ist damit, dass etwas nicht mehr aktuell und damit uninteressant ist.

Mit "Schnee von gestern" könnte man aber auch eine Fotografie überschreiben, die heute auf den Tag genau vor 35 Jahren, am 24. November 1985, aufgenommen worden ist. Damals hatte es im Marktschorgaster Land heftig geschneit.

Provisorisches Bachbett

Wie heißt es in den Annalen: "Der frühe Wintereinbruch machte den Verantwortlichen für den Kreisstraßenbau im Innerortsbereich einen Strich durch die Rechnung." Der im Rahmen der Hochwasserfreilegung verbundene Neubau über die Schorgast ruhte witterungsbedingt.

In einem provisorischen Bett floss damals der Bach an der imposanten Baustelle vorbei.

Heute undenkbar

Das Bild von gestern ruft beim Betrachter aber auch Erinnerungen wach. Das waren halt noch Winter.

In der Regel lag der Schnee im Kulmbacher Oberland vom Spätherbst bis in den März hinein. Heute undenkbar.

Der Allgemeine Sportverein Marktschorgast besaß damals ein Loipenspurgerät, dessen Anschaffung die Marktgemeinde bezuschusst hatte. Volksskilangläufe durch eine Bilderbuchlandschaft mit Panoramablick zum Ochsenkopf und zum Schneeberg im nahen Fichtelgebirge fanden regelmäßig statt.

Langläufe unvergessen

Davon kann man heute nur noch träumen. Doch für die Brettlfans aus Marktschorgast und Umgebung bleiben die in den 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erlebten Langläufe unvergessen.

Gleichzeitig ist der Schnee von gestern ein Indiz für den Klimawandel.

So bedroht die Erderwärmung zusehends sogar Deutschlands Skigebiete. Folglich hält der Begriff "Schnee von gestern" nicht nur Erinnerungen wach, sondern sich auch so manche Wünsche offen!