von unserem Mitarbeiter Moritz Brückner

Coburg — Das Thermometer zeigt Temperaturen jenseits von 35 Grad Celsius an. Und diese klettern höher und höher, während keine Wolke die pralle Sonne am Himmel verdeckt - in diesem Sommer keine seltene Situation. Meteorologen sprechen von einem der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung, sogar ein neuer Hitze-Rekord von 40,3 Grad wurde aufgestellt. Auch in Franken musste sich alles, was Urlaub oder Ferien hatte, vor der Hitze retten. Vor allem Freibäder und Eisdielen im ganzen Landkreis boten den Coburgern erfrischende Abkühlung.


Start in den Herbst

Mit dem gestrigen Dienstag endete nun der Sommer. Meteorologisch gesehen, beginnt jetzt offiziell der Herbst. Zeit, ein Fazit des sogenannten "Supersommers" zu ziehen, vor allem bei denen, die uns über den Sommer hinweg erfrischt haben.
In den Freibädern freut man sich über die hohen Temperaturen. Besonders die Monate Juli und August bescherten den Bädern hohe Besucherzahlen. "Wir hatten im Gegensatz zum Vorjahr eine sehr gute Saison", sagt Bernd Illig, Bademeister im "Märchenbad" in Neustadt. Das lasse sich auch anhand der Besucherzahlen eindeutig belegen. "Wir haben - Stand jetzt - etwa 56 000 Badegäste. Letztes Jahr hatten wir in der gesamten Saison nur 30 000 Besucher", sagt Illig. Für einen Rekord reicht das allerdings bei weitem nicht: "Im Jahr 2003 hatten wir 120 000 Gäste. Aber das wird so schnell wohl nicht mehr passieren", sagt er. Was allerdings viel wichtiger sei, ist, dass der Bademeister auch auf eine unfallfreie Freibad-Saison zurückblicken kann. "Das Übliche war natürlich wie immer dabei: Wespenstiche und Sonnenbrände hat man immer. Aber es war nichts Dramatisches dabei", sagt Illig.


Freibäder froh über viele Gäste

Auch in Sonnefeld erfreut man sich über eine erfolgreiche Badesaison. Zirka 35 000 Badegäste werden das Freibad zu Saisonende besucht haben. "Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr", sagt Betriebsleiter Bernd Steckmann. Doch durch die hohen Besucherzahlen entstehen auch vollgepackte Dienstpläne. "Unser Dienstplan war voll ausgereizt. Aber wir waren, was das Personal betrifft, sehr gut aufgestellt", sagt Steckmann. Vor allem die Wasseraufsicht erforderte dieses Jahr besondere Aufmerksamkeit. Dazu gehört zum einen, dass jemand die vielen Badegäste beaufsichtigt, zum anderen aber auch, dass die Wasserqualität immer stimmt. "Unser Wasser wurde zweimal kontrolliert, aber wir hatten beides Mal Spitzenwerte", sagt der Betriebsleiter. Logistisch gesehen, sei dieses Jahr für das Sonnefelder Freibad aber kein Besonderes gewesen.
Im Aquaria-Freibad in Coburg peilt Betriebsleiter Jörn Pakoßnick-Kirchner dieses Jahr die 78 000-Marke an. "Das ist unser Ziel. Im Mai und Juni lief es noch nicht so gut, aber mit den Monaten Juli und August sind wir sehr zufrieden", sagt er. "Das ganze Team hat hier eine super Leistung abgeliefert, auch wenn die Dienstpläne oft voll waren."
Im Waldbad Bad Rodach hingegen sieht man konstanten Besucherzahlen entgegen. "Wir hatten etwa 16 000 Badegäste diese Saison. Das pendelt sich aber jedes Jahr etwa bei diesem Wert ein", sagt Bademeister Frank Brehm.
Allerdings sei dies nicht ganz einfach nachzuvollziehen. "Wir haben viele Jahreskarten-Besitzer, deshalb ist das schwer abzuschätzen."


Leckere Erfrischung

Und auch in den Eisdielen in Coburg blickt man gerne auf den "Supersommer 2015" zurück. "Dieser Sommer war perfekt. Der nächste könnte genau so sein", sagt Davide Caregnato. Ihm gehört das Eiscafe Adria. Dass die hohe Nachfrage nach Eis auch viel Arbeit mit sich bringt, macht ihm nichts aus. "Natürlich muss man ein bisschen mehr arbeiten, aber das sehe ich nicht als Schwierigkeit an. Solche Sommer muss man mitnehmen", sagt Caregnato.


Zu heiß für Eis?

Auch Guido Michielin ist sehr zufrieden mit dem Sommer 2015. "Allerdings muss man auch sagen, dass die Eis-Saison schon im Frühling beginnt. Der Sommer ist nicht alles für uns", sagt er. Und noch etwas sehr Wichtiges verrät Michielin: "Wenn es zu heiß ist, ist es für uns Eisverkäufer auch wieder nicht optimal. Die Leute trinken dann lieber Wasser, denn das Eis ist auch süß. Oder sie gehen ins Freibad." Das kann auch Ivan Marcon bestätigen. Ihm und seinem Bruder gehört das Eiscafe Panciera auf dem Coburger Marktplatz. "Die Leute gehen dann nicht mehr in die Stadt, wenn es ihnen zu heiß ist. Wir haben mit dem Marktplatz aber einen sehr guten Standort. Für uns ist das nicht so schlimm", sagt Marcon.
Und was ist es denn nun das Lieblingseis der Coburger im "Supersommer 2015" gewesen? "Grießbrei war diesen Sommer zum Beispiel sehr beliebt", sagt Davide Caregnato.