von unserem Mitarbeiter Matthias Trendel

Stammbach — Als Schulfach wurde es zwar bis heute noch nicht eingeführt, wie es der ehemalige Pressewart Karl Wirth in einer ironischen Rede bei einer Laternenwanderung einmal forderte. Das Schafkopfen dürfte allerdings unter heutigen Schülergenerationen trotz unzähliger Computerspiele immer noch bliebt sein. Ganz sicher ist es das unter organisierten Spielern dieses über 500 Jahre alten Kartenspiels wie dem Schafkopfclub "HerzAss", der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.
Ein guter Teil der von Fachleuten errechneten 99 650 Billionen Spielmöglichkeiten ist da gespielt worden. Und die Karter um den heutigen Vorsitzenden Arnold Kauper haben sich zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Weißenstein-Gemeinde entwickelt. Am kommenden Samstag veranstaltet der Kartclub wieder sein mittlerweile in ganz Oberfranken bekanntes Schafkopfrennen, verbunden mit einem geselligen Gartenfest.
Dass sich Stammbacher Schafkopfer 1990 eine feste Struktur gaben, hing sicher auch mit dem Wunsch nach festen Regeln zusammen, denn es gibt in der Region die unterschiedlichsten Varianten. Es war, wie sich Gründungsmitglied Robert Heyerth erinnert, aber auch Konkurrenzdenken dabei. Nachdem die Anhänger des anderen beliebten Kartenspiels, die Skatbrüder, schon einen Verein gegründet hatten, fragte man sich in seiner Gaststätte: "Warum sollen wir das nicht auch können?"
Der neue Club entwickelte sich schnell zu einem festen Bestandteil des Stammbacher Gesellschaftslebens. Schon nach zwei Jahren konnte der erste Vorsitzende, Norbert Dörfler, der damals den Titel des Präsidenten erhielt, bei der Hauptversammlung über Wanderungen und einen Hüttenabend berichten. Schon bald nach der Gründung legendär wurden der Rosenmontagsball und die Laternenwanderung im Winter. So wurden von Anfang an auch immer die Familienangehörigen der Aktiven eingebunden, und man pflegte neben der Karterei vor allem die Geselligkeit.


Auch die Frauen sind dabei

Natürlich kam auch die Sangesfreude nicht zur kurz. "Immer, wenn in der ersten Zeit ein Solo verloren wurde, sangen alle Beteiligten: ,Im Wald, da sind die Räuber'", erinnert sich Hedwig Heyerth, die das weibliche Element einbrachte und nach zwei Jahren das Amt der Kassiererin übernahm. Seitdem achtet sie akribisch auf die Finanzen - und darauf, dass "ihre" Männer mit dem Geld keinen Unsinn machen. Mitkarterin von Anfang an war auch die heutige Gemeinderätin Gudrun Erl, deren Mann Hermann viele Jahre Vize-Präsident der "HerzAssler" war.
Der letzte Samstag im August ist immer Austragungstag des Stammbacher Schafkopfrennens - ein fester Termin in der regionalen Karter-Szene. Um 14 Uhr beginnt morgen im Vereinsgasthaus Heyerth das Turnier. Bei einem Startgeld von sieben Euro sind viele Sachpreise und 100 Euro für den Sieger, 60 Euro für den Zweiten und 30 Euro für den Dritten zu gewinnen. Dazu gibt es eine Tombola. Anschließend laden Stammbachs Karter zum Gartenfest mit Heyerths Spezialitäten ein.