von unserer Mitarbeiterin Corinna Tübel

Bamberg — Ferienzeit, Reisezeit, Campingzeit: Viele Eltern packen bald wieder Haus und Hof zusammen, um ein paar Wochen in der Natur auszuspannen. Nach vierzehn Tagen werfen sie alles in den Koffer und sind froh, wieder in den heimischen vier Wänden zu sein. Anders die "Stamm- oder Dauercamper": Sie verweilen über einen längeren Zeitraum an einem Ort.
Ein Rentnerehepaar aus Nürnberg beispielsweise kommt seit 33 Jahren auf den Campingplatz Insel in Bamberg-Bug, um dort von Mitte April bis September zu campieren - in einem Standwagen. Nur ab und zu fahren die beiden nach Hause, um kurz nach ihrer Wohnung zu sehen. Früher haben sie viele Fernreisen durch ganz Europa unternommen, heute schätzen sie das Verweilen an einem Ort und die frische Luft.
Die Stadt Bamberg haben sie sich ganz bewusst ausgesucht: "Die Infrastruktur hier ist sehr gut. Man ist gleich in der Stadt und kann Besorgungen machen. Auch das Angebot an Gaststätten und Bierkellern ist großartig", erzählt der Rentner. Auch Kater "Balu" tobt sich hier aus, während das Ehepaar liest, im Internet surft, Fahrrad fährt, einkauft oder einfach draußen sitzt.
Sie sind nun in dem Alter, in dem sie sich das gönnen können, finden sie. "Das Schönste am Campen ist die frische Luft und die Unabhängigkeit. Wir können tun, was wir wollen. Wir schlafen in unserem eigenen Bett, können aufstehen, wann wir wollen, ohne auf Frühstückszeiten achten zu müssen. Hier gibt es keinen Massentourismus. Wir waren oft genug in Sternehotels, um diesen Zwang beurteilen zu können", erklärt der Rentner seine Beweggründe, hier für einen Teil des Jahres zu wohnen. Dafür müsse man eben auch eine der größten Herausforderungen des Campings meistern: den Dauerregen und die Kälte. Bei zwölf Grad Celsius muss man sich eben im geheizten Inneren aufhalten.
Ruhig sei es hier zwar schon meistens, aber ab und zu bekommt das Ehepaar auch Besuch von Freunden. Auch der Kontakt zu einer Nachbarin auf der Campinginsel ist sehr gut. Es wird fröhlich geplauscht.

Besuche auch im Winter

Die ältere Dame hat sogar eine Wohnung in Bamberg, residiert aber ebenfalls jeden Sommer in ihrem Standwagen in Bug. Seit dem Tod ihres Mannes, mit dem sie ebenfalls viele Reisen im Wohnmobil nach Italien, Spanien oder Ungarn unternommen hat, sei sie am liebsten "hier" - auf der Campinginsel.
Ihre Familie besuche sie oft. Sie sei auch im Winter manchmal auf dem Areal, wenn es beinahe wie ausgestorben wirkt. "Ich habe zwei Vogelhäuschen hier, um die ich mich kümmere. Außerdem sehe ich nach meinem Wagen und den der Nachbarn, wenn sie mich darum bitten", sagt sie, die auch früher schon nicht gerne in Hotels übernachtete. "Hier kann ich tun, was ich will."
Wenn sie im Herbst dann wieder nach Hause zurückkehrt, sei das zunächst schon wieder eine gewisse Umstellung: "Klar muss ich aus dem Wagen auf dem Campingplatz erst einmal vieles ausräumen: Alle flüssigen Sachen müssen raus, da sie sonst gefrieren könnten. Auch elektronische Dinge wie Radio oder Fernseher. Man hat eben einen komplett zweiten Haushalt."