Zum Artikel "Wird es ein Flug in den Tod?" (BR vom 16. Januar) wird uns geschrieben: Der Bericht hat mich bewegt und erschüttert. Der Iraner Hossein K. bekommt kein Asyl, sondern soll abgeschoben werden, obwohl ihm die Todesstrafe droht. Der Iran ist eine islamistische Diktatur. Mit vielen anderen sitzen dort Hunderte von Christen im Gefängnis. Neben China und Saudi-Arabien hat die Islamische Republik die höchste Rate an vollzogenen Todesstrafen.

Wir schicken also Hossein wissentlich ins Gefängnis, in Folter und Tod. Für Abfall vom Islam und Christwerden ist die Todesstrafe im Iran offiziell vorgeschrieben.

Doch die Väter unseres Grundgesetzes haben gerade an Menschen wie Hossein gedacht, als sie das Recht auf Asyl niederschrieben. Sie hatten folgende Erfahrung aus der Hitler-Diktatur vor Augen: Ein deutscher Bürger sollte wegen seines Glaubens, wegen seiner Rasse oder wegen seiner politischen Überzeugung verhaftet werden. Er floh an die Grenze eines Nachbarlandes, um sich zu retten. Aber er wurde abgewiesen. Die Gestapo verhaftete ihn und brachte ihn in ein Konzentrationslager.

Aus diesem Grunde haben wir ein humanes Asylrecht (das freilich auch missbraucht werden kann). Im Fall des ehemaligen Muslim, der Christ geworden ist, aber ist klar: Ihm droht der Tod. Das verlangt der Koran (siehe Sure 5,33, 8,12,13,17, 9,5 und öfter). Manfred Voigt

Kulmbach