von unserer Mitarbeiterin 
Veronika Schadeck

Reichenbach — Bürgermeisterin sitzt Karin Ritter mit ihrem Ortsheimatpfleger Bernhard Zipfel und dem Moderator der Veranstaltungen, Baptist Tremel, zusammen, um über das Jubiläum zu sprechen. Die drei sind überzeugt: Es wird ein Highlight werden, das vielen Bürgern lange in Erinnerung bleiben wird.
Einer der Höhepunkte wird der geschichtliche Rückblick von Bernhard Zipfel am Sonntagnachmittag werden. Der Ortsheimatpfleger wird anhand einer Bildersammlung, angebracht auf neun Quadratmeter großen Tafeln, seinen Heimatort "einst und jetzt" vorstellen und dazu entsprechende Erläuterungen geben. Erklärt wird unter anderem der Gemeindename. Im Jahre 1190 wurde dieser - damals "Richebach" - erstmals erwähnt. Weiterhin wird von der Feldkapelle, erbaut von der "Neubauerischen Familie" im Jahre 1824, die Rede sein.
Zipfel wird weiter von "Wickel und Zigarren" sprechen, mit denen sich nach dem Ersten Weltkrieg viele Reichenbächer Familien in Heimarbeit ihren kargen Lohn aufbesserten. Weiterhin wird er sich mit dem Gemeindewesen befassen. Dazu gehört unter anderem die Fertigstellung des Feuerwehrhauses im Jahr 1951, die Aufstockung des Gemeindegebäudes Anfang 1971 und die Gebietsreform im Jahre 1978, als die Gemeinde mit der Stadt Teuschnitz und Tschirn eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet hat.
Und natürlich darf auch das Thema "Schieferbruch" nicht fehlen. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass Männer täglich in den frühen Morgenstunden losmarschierten, um im Schieferbruch in Lehesten/Thüringen ihr Brot zu verdienen.
Dem Ortsheimatpfleger ist es ein Anliegen, dass die Geschichte von Reichenbach auch der jungen Generation vermittelt wird. "Denn daraus kann man für die Zukunft lernen!"
Für Erinnerung werden auch die "Siebenschläfer" sorgen. Das, so erklärt die Bürgermeisterin, war früher eine Gruppe von acht Männern, die bei den Faschingsveranstaltungen Bürger auf die Schippe genommen und somit für Stimmung gesorgt hat. Eigens zu diesem Fest werden sie mit Gehrock und Zylinder ein Comeback geben, freut sie sich. Gespannt ist Karin Ritter auf die "Revival-Hitparade" am Freitagabend, wenn Reichen bächer aktuelle Schlager sowie Hits und Oldies aus vergangenen Zeiten singen und das in dazu passenden Kostümen. "Das wird professionell!"
Überhaupt hat sich der Großteil der Bürger mächtig ins Zeug gelegt, um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, meint Ritter. Stolz ist ihrer Stimme zu entnehmen, wenn sie von den rund zehn Zusammenkünften der Mitorganisatoren, Vereine und Helfer in den letzten Monaten spricht.
Während sie, Bernhard Zipfel und Baptist Tremel von den verschiedenen Aktionen schwärmen, halten sich die drei bei der Frage, was es denn mit dem Reichenbacher Kragenbär auf sich hat, bedeckt: "Das wird nicht verraten, sonst ist die Spannung vorbei." Nur so viel: Die Geschichte mit dem Bär beruht auf einer wahren Begegebenheit.
Baptist Tremel wird während der Festveranstaltung am Sonntag als Moderator eingesetzt. Seit dem Jahre 1970 wohnt der gebürtige Lichtenfelser nun in Reichenbach. Schon einige Jahre ist der Lehrer in Pension. Wegziehen will er nicht, denn "Reichenbach ist längst meine Heimat geworden!" Sowohl für ihn als auch für Bernhard Zipfel und Karin Ritter steht fest, dass die Vorbereitungen für das Fest die Bürger noch mehr zusammengeschweißt haben.
Stolz ist die Bürgermeisterin auf ihre Vereine, Verbände und auf ihren Kindergarten. Die Kinder und ihr "Reichenbach-Lied" sind fest mit involviert. Sie spricht von Zusammenhalt und "das ist ein schönes Gefühl, das so manche Nachteile, mit denen Reichenbach zu kämpfen hat, zumindest teilweise kompensiert".