Heinersberg — - Groß war das Interesse an einer Informationsveranstaltung zur Trinkwasserversorgung in Heinersberg, zu der Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) eingeladen hatte.
Otto Heimbucher vom gleichnamigen geowissenschaftlichen Büro aus Nürnberg stellte dabei das Konzept zur Sanierung der kommunalen Wasserversorgung vor.
In der Veranstaltung wurde klar, dass allein für den kleinen Ort geschätzt bis zu einer Million Euro an Investitionen notwendig sein, wenn man auch das alte Ortsnetz mit auswechseln würde. "Wir sprechen über ein Thema, welches bei Ihnen nicht zu Freudesprüngen führen wird", hatte Bürgermeister Pöhnlein zu Beginn gesagt und verwies auf die akuten Probleme im Versorgungsnetz des aktuell noch 75 Einwohner zählenden Dorfes.
1958 bei der Errichtung der Wasserversorgungsanlagen hatte Heinersberg 249 Einwohner und etwa 60 Großvieheinheiten. Die für den heutigen Bedarf überdimensionierten Rohre weisen laut Pöhnlein starke Inkrustierungen und Ablagerungen auf. Die Förderungen für eine Sanierung liefen 2005 aus.
"Es wurde seit sehr vielen Jahren nichts gemacht", so die Kritik, die sich aus den Reihen der Zuhörer an die Gemeinde richtete. Seitens der Gemeinde habe man bereits im abgelaufenen Jahr reagiert und einige Schwachstellen im Ortsnetz behoben, erklärte Michael Pöhnlein. Mit einer "Luft-Wasserspülung" werde man nun im Frühjahr versuchen, die Ablagerungen soweit wie möglich zu beseitigen.

Kritischer Zustand

Otto Heimbucher erläuterte aus fachlicher Sicht den Ist-Zustand der Heinersberger Quellen, des Hochbehälters sowie des Ortsnetzes und deren Sanierungsmöglichkeiten: "Wir haben uns alle Einrichtungen angesehen und ich muss Ihnen sagen, der Zustand ist nicht erfreulich."
Heimbucher sprach die verschiedenen Möglichkeiten an, die man in Nordhalben und Heinersberg nun diskutieren müsse.
So sei ein 1,2 Kilometer langer Anschluss ans Wassernetz vom Hauptort eine Variante, die zwar eine hohe Sicherheit bei der Versorgung biete, jedoch wegen der Trassenlänge und der Topographie auch mit großen Kosten verbunden sei.
Eine weitere Möglichkeit sei die Errichtung eines Tiefbrunnens. Allerdings müsse genau geprüft werden, wo eine Bohrung erfolgversprechend sei. Es müsse daher eingehend geprüft werden, ob die bestehende Versorgung durch Quellen wieder in einen ordentlichen Zustand versetzt werden könne. Mögliche Kosten bezifferte der Fachmann auf 30 000 bis 50 000 Euro. Eine provisorische Sanierung des Hochbehälters veranschlagte Heimbucher mit etwa 40 000 Euro, wobei ein Neubau für etwa 150 000 Euro die wirtschaftlichere Alternative sei.

Bakterien siedeln sich an

Als kritisch bezeichnete Heimbucher die Leitung im Ort, die aus Gussrohren mit ziemlich großem Durchmesser bestehe: "Man muss an die Wasserleitung ran, denn viel Wasser steht in den Leitungen. Und darin siedeln sich Bakterien an." Für die Erneuerung der Rohrleitungen bis zu den Wohnhäusern seien aber mehrere hunderttausend Euro anzusetzen. Wöchentliche Spülungen des Ortsnetzes mit möglichst eigenem Wasser würden hier die Situation verbessern, so die Meinung von Anwesenden. Heftig diskutiert wurde die Umlegung der hohen Kosten auf die Bürger. Investitionen in dieser Größenordnung würden normalerweise auf etwa 50 Jahre finanziert, so Heimbucher. Doch die Zinsbelastung und vor allem der demographische Wandel machten solche Investitionen nicht einfach.

Schrittweise vorgehen

Bürgermeister Pöhnlein sagte: "Jeder Bürger hat das Recht auf einwandfreies Trinkwasser. Wir werden nun schrittweise vorgehen, um langfristig die beste Lösung zu finden. Dafür brauchen wir aber auch unbedingt die finanzielle Unterstützung des Staates." kw