Zum Thema Kultur in Corona-Zeiten erreichte uns folgende Zuschrift:

Am kommenden Wochenende (3. bis 5.12. Dezember) hatten wir viel vor. Zweimal selbst Theater spielen, eine Weihnachtsfeier und mindestens ein Konzertbesuch bei "Musik verbindet". Dann kam der Lockdown, der nicht so heißt und alle Termine waren perdu.

Dieses plötzliche Verschwinden jeglichen Terminstresses machte uns stutzig - und wir fragten uns, wer dafür verantwortlich ist. Das Virus? Auf das kann man zwar sauer sein, es schert sich aber nicht darum und verhandeln kann man auch nicht mit ihm. Wer dann?

Grundsätzliche Überlegung: Wir erachten Freiheit und Solidarität als zentrale Säulen einer funktionierenden, aufgeklärten Gesellschaft. Abweichende Meinungen zu haben, äußern und nach ihnen leben zu dürfen, unterscheidet unsere Gesellschaft von Diktaturen. Das heißt zunächst, wer, warum auch immer, ungeimpft sein will, soll dies dürfen.

Aber jetzt wird die Sache kompliziert: Vernunftbegründete Zweifel daran, dass Ungeimpfte eine deutlich höhere Infektionsgefährdung (aktiv und passiv) und einen deutlich schwereren Verlauf der Krankheit haben, gibt es nicht.

Das gesellschaftliche Prinzip der Freiheit bedeutet indes nicht, dass jeder tun kann, was ihm beliebt. Nein, aus der Freiheit, sich nicht impfen zu lassen, erwächst die Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns. Und diese Folgen, liebe Ungeimpfte, beschneiden und beschränken die gesellschaftlichen Möglichkeiten für einen jeden, ja die zivilisatorischen Errungenschaften unseres Gemeinwesens insgesamt. Das nehmen wir Ihnen übel!

Das Argument, dass Sie diese Maßnahmen nicht beschlossen haben, greift zu kurz, denn die politische Alternative, alle Beschränkungen aufzuheben, ließe das Gesundheitssystem umgehend kollabieren. Unverantwortbar viele Tote wären die Folge. Dass "die Politik" die Folgen einer solchen Entscheidung nicht tragen will, können wir ihr nicht verdenken.

P.S.: Falls Sie uns nun, liebe Ungeimpfte, einen Shitstorm zukommen lassen wollen, müssen wir Sie warnen. In den asozialen Medien sind wir nicht unterwegs. Sie könnten uns höchstens Postkarten schreiben, am kommenden Wochenende haben wir ja Zeit, sie zu lesen.

Christine und Gerd Kammerer

Mainleus