"Müllkippe Meer - Die Zeitbombe tickt" lautete das Thema des ersten Themenfrühschoppens in diesem Jahr, zu dem die Forchheimer Mariner die Bevölkerung in ihr Marineheim eingeladen hatte.
Der Mensch verwende das Meer seit eh und je als Müllkippe. Aber erst in unserem modernen industriellen Zeitalter und seit der globalen Ausbreitung der Massenprodukte sei eine Dimension der Meeresverschmutzung erreicht worden, die für unsere Ozeane, ihre Lebewelt und auch für die Menschen zu einer ernsthaften Bedrohung geworden seien. Dies verdeutlichte Referent Hans Gerhard Braun anhand verschiedener Belastungsfaktoren für das Ökosystem Meer mit entspürechendem Bildmaterial.
Die Belastung der Ozeane mit Plastik-Abfall sei auf Grund umfangreicher Medienberichte inzwischen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, ebenso die spektakulären Unfälle mit Ölplattformen und Tankschiffen.


Selbst Sondermüll landet im Meer

Die Verklappung von Industrieabfällen, insbesondere Chemikalien, aber auch Atommüll (1947 bis 1982 im europäischen Bereich) in großem Stil, sowie die Ölverschmutzung und das Einbringen von nicht heimischen Lebewesen durch die Seeschifffahrt in den dargestellten Dimensionen, waren für die Zuhörer überraschend. Die Ausmaße des Seeverkehrs und die unterschiedlichen Anforderungen an Technik- und Sicherheitsstandards wurden genauso erörtert, wie die nordeuropäische maritime Umweltpolitik.
Einen bedeutenden Belastungsfaktor für das Meer stellten auch die landseitigen Einträge in das Meer durch Haushalte, Industrie, Landwirtschaft sowie der Küsten- und boomende Kreuzfahrt-Tourismus dar, so Braun. Er machte auch deutlich, dass die Fischerei, insbesondere aber die asiatischen Aquakulturen klar erkennbare Negativauswirkungen auf das Ökosystem Meer hätten. Dies trifft auch auf den Meeres-Bergbau, insbesondere den Tiefsee-Bergbau zu.
Spannung kam auf, als der CO2 -Haushalt der Erde (Klimawandel) in seiner Wechselwirkung mit den Ozeanen und die Pläne zur Speicherung von Kohlendioxid im Meer zur Be-kämpfung der "Klimakatastrophe" diskutiert wurden.Lösungsansätze zur Reduzierung dieser Belastungen, aber auch deren politische und rechtliche Hemmnisse wurden aufgezeigt.
Der nächste Themenfrühschoppen der Forchheimer Mariner ist für April geplant. Das Thema lautet: "Flüchtlingsströme über das Meer - nicht nur ein Phänomen unserer Zeit". red