In der Ortmitte des zum 1. Januar 1972 in Herzogenaurach eingemeindeten Hammerbachs steht eine Kapelle, deren Einweihung vor 125 Jahren war.
Die Geschichte des Kapellenbaus hat Lehrer Michael Stadter zusammengestellt. Nach der Grundsteinlegung am 5. September 1890 wuchs der Bau nach den Plänen von Architekt Georg Häberle in Bamberg in die Höhe.


Mit Hilfe der Gläubigen

Stadter schätzte, dass die Gesamtbausumme etwa 5400 Mark betragen haben dürfte. Eine Sammlung erbrachte 3200 Mark, den Rest in Höhe von 2200 Mark legten Bürgermeister Feuerlein und Konrad Seeberger zu gleichen Teilen aus. Dieser Betrag sollte ab 11. November 1891 mit drei Prozent verzinst werden.
Vom 11. November 1896 bis 11. November 1901 war vorgesehen, dass die Ortsgemeinde die Restschuld samt Zinsen tilgen sollte. Tatsächlich betrug die Bau-Restschuld 1900 noch 1411 Mark, die endgültige Tilgung erfolgte erst 1917.


Einweihung am Patronatsfest

Stadtpfarrer Birner erhielt am 4. November 1891 die Vollmacht zur Benediktion der Kapelle, die erfolgen sollte, wenn die Baupflicht von der Gemeinde anerkannt worden war. Das war am 11. November 1891 der Fall. Die Einweihung erfolgte am 19. November 1891, am Patronatsfest der Heiligen Elisabeth.
Die Kapelle wurde zunächst für das Rosenkranzgebet an Samstagen und eine Betstunde an den Sonntagnachmittagen genutzt. Eine Messe wurde am Festtag der Heiligen Elisabeth zur Erinnerung an die Einweihung gefeiert. Auch konnten nun Maiandachten im Ort selbst gehalten werden. Am 3. Juni 1912 fand in der Kapelle der feierliche Eröffnungsgottesdienst für die neue Schule statt. Wöchentlich gab es danach Schulmessen. Ebenfalls 1912 konnte ein Harmonium erworben werden, das auf einer neu errichteten Empore aufgestellt wurde. Pfleger und Mesner wurde Adam Seeberger.
Am 21. Dezember 1913 konnte erstmals das Allerheiligste eingesetzt werden.
Die elektrische Beleuchtung der Kapelle wurde 1919 eingerichtet. 1930 beschloss der Ortsausschuss von Hammerbach den Anbau einer Sakristei an der Westseite der Kapelle, der im gleichen Baustil wie die Kapelle erfolgen sollte. Die Firma Nikolaus Hagen aus Welkenbach baute sie in wenigen Wochen.


Namenswechsel

Während im Gründungsprotokoll noch von einer Dreifaltigkeitskapelle die Rede ist, heißt sie heute St.-Elisabeth-Kapelle und wird von der Pfarrei St. Otto betreut.
Das 100. Jubiläum feierten mit dem ehemalige Herzogenauracher Kaplan Hubert Förster und Pfarrer Franz Noppenberger auch Norbert Schleicher sowie Klemens Fink. Für den Festgottesdienst wurde ein Zelt aufgebaut, um den zahlreichen Gästen Platz bieten zu können.
Inzwischen wurden an dem Gotteshaus Renovierungen vorgenommen, damit die Kapelle zu ihrem Jubiläum ein schmuckes Ansehen bietet.