Anneliese Woschke und Gunter Brokt aus Forchheim haben vor kurzem beim Kommunal-Empfang im Schloss Thurnau aus den Händen von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.

Anneliese Woschke engagiere sich laut einer Pressemitteilung des Ministeriums seit frühester Jugend mit hohem zeitlichen Engagement in der schlesischen Landsmannschaft für den Erhalt, die Pflege und die Kulturarbeit der schlesischen Tradition. Gunter Brokt setze sich seit Jahrzehnten mit unermüdlichem Engagement für den Natur- und Artenschutz und die Umweltbildung ein. Dabei habe er sich bleibende Verdienste erworben.

Anneliese Woschke ist Nachkomme einer heimatvertriebenen Familie aus Schlesien, die im oberfränkischen Ebermannstadt eine neue Heimat fand. Bereits als siebenjähriges Mädchen war sie in der Kindergruppe des Ortsverbandes Ebermannstadt aktiv. Es folgten viele Jahre als aktives Mitglied in der schlesischen Jugend sowie in der Vorstandschaft der schlesischen Jugend Bayern. 1982 übernahm Woschke das Amt der Schriftführerin und seit 1989 ist sie Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien - Ortsgruppe Ebermannstadt.

Drei Jahrzehnte als Vorsitzende

Seit 30 Jahren führt sie den Ortsverband in vorbildlicher Weise und organisiert und gestaltet ein vielfältiges und abwechslungsreiches Vereinsleben wie Fahrten nach Schlesien und zu Museen, berichtete der Minister in seiner Laudatio. Darüber hinaus organisiert sie viele Feste und Aktivitäten, um die schlesische Kultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu zählen unter anderem das Häckerle-Essen, der Tag der Heimat und die schlesische Weihnachtsfeier. Daneben belebte Anneliese Woschke den schlesischen Brauch des "Sommersingens", der in der schlesischen Mundart "Summern" genannt wird.

Bei dieser seit Jahrhunderten gepflegten Tradition ziehen Kinder am dritten Sonntag vor Ostern mit bunt bebänderten Stecken zu Mitgliedern und Freunden der Landsmannschaft, geben überlieferte Verse und Mundartlieder zum Besten und bitten um eine Gabe. Symbolisch wollen sie damit den Winter vertreiben und den Sommer ankündigen.

Zudem nimmt die Geehrte bei vielen Trachtenfesten selbst in Tracht teil und war viele Jahre aktives Mitglied der Eichendorff-Tanzgruppe Forchheim.

Einsatz in der Frauenarbeit

Über den Ortsverband hinaus setzt sich Anneliese Woschke seit langem erfolgreich für die Frauenarbeit in der Landsmannschaft Schlesien ein, zunächst als stellvertretende und seit 2002 als erste Landesfrauenreferentin der Landsmannschaft Schlesien in Bayern. In dieser Funktion hält sie für die weiblichen Mitglieder der Landsmannschaft Tagungen und Seminare, hauptsächlich im Haus der Heimat in Nürnberg. Zusätzlich gibt sie regelmäßig ausführliche Rundschreiben über die schlesische Kulturarbeit heraus. Im September 2017 wurde Woschke zudem zur Bundesfrauenreferentin gewählt; seither organisiert sie Tagungen und Lehrgänge auch auf Bundesebene. Die Frauenarbeit sei ein wichtiger Aspekt, da die Frauen vor Ort als Multiplikatoren und Kulturträgerinnen der Landsmannschaft wirken, so Glauber. In ihrer Funktion als Frauenreferentin vertritt Anneliese Woschke die Frauen der Landsmannschaft auch im Bayerischen Landesfrauenrat, ein Zusammenschluss von 48 Frauenverbänden und -gruppen gemischter Landesverbände.

Weiterhin ist die Geehrte Mitglied des Kuratoriums der "Stiftung Schlesien. Bayern -MMIX-", die 2009 ins Leben gerufen wurde. Stiftungszweck ist die Förderung und Durchführung von Maßnahmen, um das schlesische Kulturerbe zu vermitteln, zu erhalten und zu pflegen.

Als 2015 in Straubing ein geeignetes Museumsgebäude gefunden wurde, setzte sie gemeinsam mit der Vorstandschaft in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden die Idee eines "Hauses der Schlesier in Bayern" um. Nicht zuletzt dank ihres Einsatzes konnte 2017 nach langer Vorarbeit das "Schlesische Schaufenster" (Museum und Dokumentation) in Straubing eröffnet werden. red