In Unterhohenried wird am Wochenende vom 15. bis 18. November die Kirchweih gefeiert. Das Besondere: Das Dorf, ein Stadtteil von Haßfurt, hat zwei Kirchen.

Den Auftakt macht am Freitag um 18 Uhr der Bieranstich im Gemeinschaftshaus. Am Samstag wird es um 14 Uhr mit der Kreisligapartie zwischen den Sportfreunden Unterhohenried und dem VfR Hermannsberg-Breitbrunn sportlich. Zuvor treten die beiden Reservemannschaften um 12 Uhr gegeneinander an. Festbetrieb herrscht an diesem Tag ab 16 Uhr, wobei am Abend ab 19 Uhr die Band "Heimatluft" für die musikalische Unterhaltung sorgt. Ausgerüstet mit Akkordeon, Cajon und Gitarre wollen die Musiker aus Bad Staffelstein ihre Welt im kernigen Look rockiger Volksmusik dem Publikum präsentieren. Von Evergreens über bayerisch-steirische Stücke oder von "Highway to Hell" bis zum romantischen "Halleluja" ist für jeden Geschmack etwas dabei, versprechen die Akteure.

Am Sonntag herrscht ab 10 Uhr durchgehend Festbetrieb. Am Kirchweihmontag wird ab 17.30 Uhr im Gemeinschaftshaus weiter gefeiert.

Schon aus der Ferne sieht man die Besonderheit Unterhohenrieds. Gleich zwei Kirchtürme ragen in den Himmel. Dass es in dem 480-Einwohner-Dorf zwei Kirchen unterschiedlicher Konfession gibt, ist Zeugnis ehemals konfessionell verschiedener Ortsherrschaften.

Die Pfarrkirche Sankt Michael wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Die spätgotische Saalkirche mit Satteldach und Chorturm wurde in der Reformationszeit evangelisch und blieb es bis heute. Ihr Flügelaltar macht die evangelische Kirche zu einem wahren Schatzkästchen. Die Schönheit der Figuren und der Reichtum der Gewandgestaltung deuten auf Veit Stoß und Riemenschneider hin.

Die Dorfbevölkerung wurde im Zuge der Gegenreformation unter Fürstbischof Julius Echter von Würzburg wieder katholisch. Die Kirche, die auf sächsischem Grund stand, blieb aber evangelisch.

Den Katholiken diente von nun an eine Kapelle des einstigen Schlosses als Gottesdienstraum. Erst im Jahr 1809, als der aus Sylbach stammende Würzburger Domvikar Johann Georg Kießling der katholischen Pfarrei sein Vermögen vermachte, rückte ein Kirchenneubau in greifbare Nähe. Schließlich begann 1813 der Bau, der wegen des weichen Untergrunds durch die vorbeifließende Nassach eine Pfahlgründung erforderte.

Der klassizistische Rundbau mit Säulenvorhalle wurde 1817 vollendet. Der Turm der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer ist eingedeckt mit einer Art barocke Zwiebelhaube. Die großen Fensteröffnungen mit Glasgemälden erhellen durch das einfallende Licht den Kirchenraum genauso wie das mit einer Laterne bekrönte Kegeldach. cl