Im Turnverein 1883 Weidhausen gibt es keinen Mangel an Interesse, sondern oftmals die Herausforderung, wie der Traditionsverein der Nachfrage personell gerecht werden kann. Bei der Hauptversammlung sprach Vorsitzender André Faber davon, dass auch weiterhin eine Aufgabe darin besteht, Ehrenamtliche zu gewinnen. "Die Scheu vor zu viel Verantwortung, der Wunsch nach möglichst viel Unverbindlichkeit stehen hier eben im Widerspruch zu zuverlässiger Vereinsarbeit", führte Faber aus. Diesem Umstand sei es auch geschuldet, dass der Posten der abteilungsübergreifenden Jugendleitung nicht besetzt wird. An den vielen Aktionen und Aktivitäten für den Nachwuchs werde sich aber nichts ändern.

Den Abteilungen attestierte der Vorsitzende hervorragende Arbeit, was sich auch in der positiven Mitgliederentwicklung widerspiegelt. Während viele Vereine mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen haben, stieg die Mitgliederzahl beim TVW in den letzten zehn Jahren um rund fünf Prozent. Derzeit gehören dem Verein 853 Personen an. Als einen großen Meilenstein, der zugleich aber auch einen weiteren räumlichen Engpass bedeute, bezeichnete Faber die Sanierung der Schulturnhalle und versicherte, dass auch die Mitglieder bei dieser Maßnahme mit anpacken werden.

Dass der Verein eine breite Palette an Betätigungsmöglichkeiten bietet, zeigte sich in den Berichten der Abteilungen. Allein in der Turnabteilung sind wöchentlich rund 200 Kinder und Jugendliche sowie 50 Erwachsene aktiv. Mehr als zufrieden zeigte sich Abteilungsleiterin Melanie Riedel mit der Resonanz des abteilungsübergreifenden Angebots für Drei- bis Fünfjährige, dem Bambini-Sport. Hier gab es sogar einen Aufnahmestopp. Im Bereich Geräte- und Trampolinturnen sowie Tanz beteiligen sich Mitglieder an Wettbewerben. Mit acht Tanzgruppen ist das Interesse an Gymnastik und Tanz ungebrochen groß. Hoch im Kurs stehen dort die beiden Tanztreffpunkte. 2019 konnte wieder eine Männer-Turnstunde ins Leben gerufen werden. Frauengymnastik und Kickboxen runden das Angebot der Abteilung ab.

Dass es in der Handballabteilung nicht langweilig wird, machte Volker Reichel deutlich. Durch den abrupten Abbruch der Saison 2019/2020 waren viele Fragen offen. Einige Jugendmannschaften kehrten erst zum September zurück zum Trainingsbetrieb. "Der Abteilung fehlen ausreichende Hallenkapazitäten", sagte Reichel. Von den limitierten Trainingsmöglichkeiten seien aktuell die Kinderhandballteams am stärksten betroffen. Zu Fuß und mit dem Rad war die Wanderabteilung unterwegs, führte Heike Künzel aus, während Monika Künzel einen Einblick in die abgehaltenen Veranstaltungen gab. Alexandra Kemnitzer