Home-Office im Klinikum? Zumindest für die Verwaltungsangestellten soll das weiterhin möglich sein, wie der Regiomed-Konzern vor kurzem mitteilte. Geschäftsführung und Betriebsrat hätten sich auf eine entsprechende Vereinbarung geeinigt.

Auslöser war, dass am 30. Juni die Sars-Cov2-Arbeitsschutzverordnung auslief, die Home-Office überall da vorsah, wo es möglich war. "Das mobile Arbeiten hat sich in den vergangenen Monaten gut etabliert, daher wollten wir die digitalen Möglichkeiten auch über die Krise hinweg für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen", wird Alexander Schmidtke zitiert, Geschäftsführer von Regiomed. Auch Konzernbetriebsratsvorsitzender Martin Lücke verweist auf die guten Erfahrungen mit der Arbeit im Home-Office.

Freilich betreffe die Vereinbarung in erster Linie die Beschäftigten in der Verwaltung, räumt Lücke ein. Doch er will nicht ausschließen, dass auch beim pflegenden Personal Verwaltungstätigkeiten künftig nicht mehr im Klinikum selbst erledigt werden. "Eine Stationsschwester, die Dienstpläne macht, kann das auch zu Hause tun", sagt er. Technisch sei es möglich, dass Beschäftigte sich mit ihren privaten Computern auf dem Server des Klinikums anmelden. Das sehe die Betriebsvereinbarung sogar so vor, da noch gar nicht alle Beschäftigten mit Laptops oder Tablets ausgestattet seien. Bis zum Jahresende soll das aber bei Regiomed der Fall sein, sagt Lücke.

So weit, dass es schon verbindliche Vereinbarungen gibt, sind andere Unternehmen in Coburg noch nicht. Aber es wird darüber geredet, dass auch künftig Home-Office oder mobiles Arbeiten ermöglicht werden soll. Bei der HUK-Coburg gilt momentan weiter, was für die Corona-Phase vereinbart wurde, sagt die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Kerstin Bartels: "Aktuell gilt noch 50:50." Die eine Hälfte der Mitarbeiter arbeitet von zu Hause aus, die andere in den Betriebsstätten der HUK-Coburg, und alle 14 Tage wird gewechselt. Das gelte natürlich nur in den Bereichen, wo die Arbeit auch von daheim aus erledigt werden könne, schränkt Bartels ein, die während des Telefonats selbst im Home-Office sitzt. Für Pförtner oder die Mitarbeiter der HUK-eigenen Druckerei gelte, was die aktuelle Sars-Cov2-Arbeitsschutzverordnung vorsieht: Abstand halten, Kontakte minimieren. Aber man sei mit dem Betriebsrat in Gesprächen darüber, wie es nach Corona mit Home-Office oder Mobile-Office weitergehen soll.

Bei der Stadt Coburg gab es schon vor der Corona-Pandemie eine Dienstvereinbarung, die Telearbeit regelt. Wo sie genehmigt wurde, haben die Beschäftigten auch einen von der Stadt eingerichteten Arbeitsplatz in der Wohnung, sagt Kristina Tapfer, stellvertretende Leiterin des Personal- und Organisationsamts. Während der Corona-Phase sei weitaus mehr Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus ermöglicht worden, und das wolle die Stadt beibehalten, "wenn die dienstliche Situation es zulässt". Dabei seien aber sehr viele Faktoren zu beachten, zählt Kristina Tapfer auf: Dienstbetrieb und Datenschutz müssen sichergestellt werden, der Arbeitsschutz muss auch beim Arbeitsplatz zu Hause gewährleistet sein, "und in manchen Bereichen sind wir noch nicht so digital, wie es für solches Arbeiten erforderlich ist". Hinzu komme für die Stadt, dass sie für nahezu jeden Beschäftigten einen Arbeitsplatz in der Verwaltung selbst vorsehen müsse. Denn in der Stadt könnten Arbeitsplätze nicht so beliebig gewechselt werden wie in der Industrie oder einem Callcenter, sagt Kristina Tapfer. "Durch Corona hat man erkannt, was geht, aber man muss auch die Grenzen sehen. Wir müssen definieren, wie wir das als Stadtverwaltung für unsere Mitarbeiter haben wollen. Der Bedarf ist da." Die Frage, ob Home-Office möglich ist, werde mit Sicherheit künftig bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber eine Rolle spielen. Auch im Landratsamt Coburg soll das Arbeiten im Homeoffice weiter ausgebaut werden, sagt Pressesprecherin Corinna Rösler. Man sei in Abstimmung mit dem Personalrat.

Auch bei den SÜC waren viele Beschäftigte aus dem Hauptquartier während der Corona-Hochphase nicht in ihren Büros an der Bamberger Straße zu finden. Die zugehörige Vereinbarung mit dem Betriebsrat laufe sogar bis zum Jahresende, berichtete Pressesprecherin Antje Leipold. Über eine Nachfolgeregelung werde derzeit verhandelt. Aus Reihen der Beschäftigten sei die Rückmeldung gekommen, dass sie es schön fänden, einen oder zwei Tage pro Woche zu Hause arbeiten zu können, abgestimmt mit den Kollegen und Vorgesetzten. Für die Pendler falle ins Gewicht, dass sie Fahrtzeiten sparen, sagt Antje Leipold. Aber die Beschäftigten würden auch Vorteile bei der Arbeit im Betrieb sehen: gut ausgestattete Büro-Arbeitsplätze und das Miteinander mit den Kollegen.