Zu einem Erfahrungsaustausch in Sachen Baumhaus-Bau besuchten jetzt Forstleute aus dem Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten das Kinder- und Jugenddorf Martinsberg des Diakoniewerkes Martinsberg in Naila. An beiden Stellen im Frankenwald haben im vergangenen Jahr unabhängig voneinander Baumhaus-Projekte begonnen. Die Ausgangslagen sind ähnlich, die Zielrichtungen auch.

Baumhäuser sind für die meisten ein Stück Kindheit und Jugend. Mit dem aktuellen Trend zu Natur-Erleben und Bauen mit Holz erfreut sich die Idee vom "Blick aus den Bäumen" wieder in den unterschiedlichsten Gebieten neuer Aufmerksamkeit. Gemeinsam haben die beiden Baumhaus-Projekte im Frankenwald die Verbindung zu jungen Menschen.

Forstrevierleiter Christian Goldammer führte in seinem Revier Tettau ein erfolgreiches Abschlussprojekt mit den Forstwirt-Azubis des Forstbetriebs Rothenkirchen durch. Hier wurde die praktische Holzbautechnik als Ausbildungsinhalt mit dem Gedanken verbunden, für das Walderholungs- und Trekkingplatz-Konzept der Bayerischen Staatsforsten im Frankenwald einen neuen Impuls zu schaffen.

Auch im Kinder- und Jugenddorf Martinsberg lag der Start des Baumhaus-Projekts in der Ausbildung: Ein großer Energieversorger führte dort im Juli 2019 die jährliche Aktion "Bayernwerk packt an" mit seinen jungen Nachwuchskräften durch. Dabei konnten bei einem umfangreichen Projekttag die ersten Bauarbeiten für das Baumhaus begonnen werden. Mit einer Spendenzusage des Forstbetriebes Rothenkirchen für das weiter benötigte Bauholz begann hier auch die Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten. Wichtig war den Verantwortlichen des Diakoniewerkes von Anfang an, dass die Kinder und Jugendlichen beim weiteren Bau eng mit einbezogen werden. "Fertig wird's nie", sagt deshalb Erziehungsleiter Marco Schmidt. Neue Ideen könnten so immer wieder in das Projekt eingebracht und praktisch umgesetzt werden.

Die technische Umsetzung liegt bei Betriebstechnik-Leiter Rainer Metzger und dem Erlebnispädagogen Michael Rössler in den besten Händen. Sie haben die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, pädagogische Zielsetzungen und behördliche Bauvorgaben erfolgreich zusammenzuführen. Die Sicht der beteiligten Jugendlichen brachte Nico beim Erfahrungsaustausch mit ein. Er ist von Anfang an dabei und begeistert vom gemeinsamen Arbeiten mit Holz. Das beste an der Baumhaus-Idee sei einfach "das Bauen". Auf jeden Fall möchte er dort übernachten, sobald das Baumhaus fertig sei.

Für die weitere Zusammenarbeit der Baumhaus-Begeisterten wurde zunächst ein Gegenbesuch im Staatswald in Tettau vereinbart. Der Austausch soll dazu beitragen, dass die beiden "Pilot-Baumhäuser" eine möglichst breite Wirkung erzielen. Für die Kinder- und Jugendarbeit genauso wie für die Tourismusförderung im Frankenwald. red