von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel

Altenkunstadt — So mancher Bürger rieb sich in den vergangenen Tagen verwundert die Augen: Wo ist das Mühlrad der Neumühle abgeblieben? "Das baufällige Rad, das ins Wasser zu stürzen drohte, wurde abgebaut und im Wertstoffhof zwischengelagert", brachte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend Licht ins Dunkel. Man suche einen Bauträger, der wieder etwas Schönes aus der Mühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts, mache. "Um es touristisch zu vermarkten", pflichtete ihm Edwin Jungkunz (CSU) zu.
Bereits im März vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, die Ortsteile Pfaffendorf und Burkheim mithilfe einer Druckleitung an die zentrale Kläranlage in Burgkunstadt anzuschließen. Das bedeutete das Aus für die Pfaffendorfer Kläranlage. Am Dienstag stand der Punkt erneut auf der Tagesordnung. Gemeinderat Jan Riedel von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) verstand die Welt nicht mehr: "Wenn wir über jeden Beschluss, den wir gefasst haben, noch einmal abstimmen, dann kommen wir nie voran." Riedel stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung: "Der Punkt muss abgesetzt werden!" Dazu kam es nicht: Mit 17:1 Stimmen wurde sein Antrag abgeschmettert.
Diesen hatte Riedel eingebracht, nachdem Frank Novotny (SPD) beantragt hatte, noch einmal über die beiden Varianten abstimmen zu lassen. Neben der Druckleitung besteht auch die Möglichkeit, die beiden Ortsteile mittels einer Freispiegelleitung an die zentrale Kläranlage anzuschließen. Letztere ist jedoch um 300 000 Euro teurer, würde der Stadt Investitionskosten von 890 120 Euro bescheren. Das hatte die Mehrheit im Gremium im vergangenen Jahr davon abgehalten, für eine Freispiegelleitung zu stimmen. Bei der erneuten Abstimmung kam es sogar zu einem einmütigen Votum für die Druckleitung. Selbst Novotny hatte sich zur Verwunderung aller dafür ausgesprochen, alles beim Alten zu belassen.
Zuvor hatte Diplom-Ingenieur Klaus Zwirner noch einmal die beiden Anschlussmöglichkeiten vorgestellt. "Doch wozu das Ganze?", fragte sich so mancher. "Ich wurde von mehreren Räten angesprochen, noch einmal über das Thema zu informieren. Auch mit Blick auf die Neuen im Gremium, die mit der Materie nicht so vertraut sind, habe ich das getan. Eine Abstimmung war ursprünglich nicht geplant. Der Punkt sollte nur der Information dienen", klärte Hümmer auf.

Cabrio-Bad-Lösung

Auf Anfrage von Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU) teilte Hümmer mit, dass es Gespräche zwischen ihm und der Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß über ein gemeinsames Lehrschwimmbecken gegeben habe. Es gebe Überlegungen, das Freibad zu überdachen. "Das ist die sogenannte Cabrio-Bad-Lösung. Ein Planungsbüro wurde eingeschaltet. Es laufen die Untersuchungen", erläuterte der Bürgermeister. Sobald die Kosten und die Höhe der staatlichen Förderung feststünden, werde man im Gemeinderat über eine Beteiligung Altenkunstadts abstimmen lassen.