Das Volksbegehren zur Artenvielfalt läuft seit Donnerstag. Noch bis zum 13. Februar haben die Bürger Zeit, sich in ihren Rathäusern für das Begehren starkzumachen und mit ihrer Unterschrift für den Gesetzentwurf zu stimmen. Wie sieht es bisher aus im Landkreis Haßberge?

"Durchwachsen" findet Stefan Zettelmeier, Sprecher des örtlichen Aktionsbündnisses. "In den großen bayerischen Städten war und ist der Zuspruch groß. Bei uns auf dem Land sieht es da schon anders aus", erklärte er in einer Mitteilung des Aktionsbündnisses.

Während in München die Menschen trotz Minustemperaturen gut gelaunt Schlange vor den Einwohnermeldeämtern standen, fällt die Bilanz hier unterschiedlich aus: In der Kreisstadt haben sich laut Zettelmeier "mittlerweile 8,5 Prozent der Bürger eingetragen. Gut sieht es auch in Zeil (7,4 Prozent) aus, wobei die Nachbargemeinde Sand mit 8,3 Prozent die Nase vorn hat. Zumindest die Hälfte der notwendigen zehn Prozent der Wahlberechtigten (5,2 Prozent) haben in Untermerzbach schon unterschrieben. Dann folgen Königsberg mit 4,7 Prozent und Knetzgau mit 4,1 Prozent. Wesentlich holpriger ist das Volksbegehren in den kleineren Ortschaften gestartet." Man erkenne ganz deutlich, welche Gemeinde die Verwaltung im Ort hat. Wenn die Leute im Heimatort gerade mal eine halbe Stunde Eintragungszeit haben (wie etwa in Ermershausen) und ansonsten kilometerweit bis zur nächsten VG fahren müssten, "wird es einem schon schwer gemacht, sein Bürgerrecht auszuüben. Und das sieht man dann auch an den bisherigen Ergebnissen", bedauert er. So haben sich von den Kirchlauterern nur 2,3 Prozent und von den Stettfeldern gerade mal 2,1 Prozent eingetragen.

Dieter Sauer und Thomas Ort, die zusammen mit anderen Rathauslotsen schon viele Gespräche mit den Menschen auf der Straße geführt haben, wissen aber auch: "Bei den Menschen ist ein großes Interesse am Volksbegehren da. Vielen Leuten - quer durch alle Altersschichten - liegt die Artenvielfalt am Herzen." So manches Missverständnis hätten sie schon im Dialog aus dem Weg räumen können, so das Aktionsbündnis.

Hohe Hürde

"Wir sind verhalten optimistisch", sagt Zettelmeier, "aber die Hürde von einer Million Stimmen ist schon sehr hoch. Daran ist schon manches Volksbegehren gescheitert." Wichtig sei es jetzt, dass sich - neben den prominenten Erstunterzeichnern wie Bürgermeistern und Seelsorgern - auch noch viele andere Engagierte mit ihrem Ausweis und möglichst auch gleich noch ein paar Freunden und Verwandten ins Rathaus aufmachten, denn "es geht um jede Stimme", erklären die Befürworter des Volksbegehrens.

Informationen zu den Eintragungszeiten findet man auf der Homepage der Gemeinden (oder auch unter www.volksbegehren-artenvielfalt.de). red