In einem wieder einmal nervenaufreibenden Krimi erkämpfte sich der Post-SV Bamberg in einem schon verloren geglaubten Spiel nach 1:6-Rückstand noch ein hochverdientes 8:8-Unentschieden in der Tischtennis-Landesliga gegen den TTC Tiefenlauter.
Zu Beginn der Partie sah es alles andere als rosig für die Gastgeber aus. Die ersten beiden Doppel entschieden die Gäste aus dem Lautertal für sich. Etwas unglücklich fiel dabei die Niederlage von Lorek/Zebunke gegen Vesely/Martin Deffner aus. Nachdem sie einen 0:2-Satzrückstand noch ausgleichen konnten, gerieten sie im Schlusssatz mit 0:6 ins Hintertreffen und gaben diesen trotz großer Aufholjagd mit 8:11 ab. Das Bamberger Doppel Nr. 2 Raum/Mehl kam anschließend mit den trickreichen Aufschlägen von Vladimir Baca nicht zurecht. Am Ende hieß es 6:11, 8:11, 11:7, 2:11 für das Gästedoppel Baca/Müller. Für den ersten Punktgewinn der Heimmannschaft waren dann Schäfer/Brall zuständig, die mit ihrem variantenreichen Spiel der Paarung Fuhrmann/Thomas Deffner das Nachsehen hatten (12:14, 11:4, 11:3, 11:9).
Im weiteren Spielverlauf zogen die Tiefenlauterer schließlich unaufhaltsam bis auf 1:6 davon. Die Nr. 1, Roland Lorek, scheiterte in seinem Auftaktmatch gegen den Ex-Bamberger Vladimir Baca an dessen nie auszurechnenden Aufschlägen (5:11, 12:10, 8:11, 5:11) den Kürzeren. Zeitgleich gelang es Christian Raum nicht, sein gewohnt sicheres Blockspiel gegen Petr Vesely aufzuziehen (11:13, 6:11, 13:15). Auch die Bamberger Mittelgruppe ging leer aus. Gegen den unangenehmen Materialspieler Martin Deffner fand Frank Zebunke nie zu seiner aggressiven Spielweise (8:11, 11:6, 4:11, 2:11). Viel vorgenommen hatte sich am Nebentisch Michael Schäfer gegen Kai Müller, brachte aber sein druckvolles Angriffsspiel nicht durch (7:11, 7:11, 16:18).


Schlussgruppe überragend

Die an diesem Nachmittag überragende Schlussgruppe der "Postler" leitete daraufhin eine beeindruckende Aufholjagd ein.
Zuerst hatte der stark aufspielende Klaus Mehl gegen Abwehrspieler Günter Fuhrmann die Lage jederzeit im Griff und siegte souverän mit 11:9, 11:5, 11:4. Sein Mannschaftskollege Stefan Brall stand ihm in nichts nach und ließ seinen Gegner Thomas Deffner mit 16:14, 11:8, 7:11, 11:6 hinter sich. 3:6 lautete die Matchbilanz zur Halbzeit aus Sicht des Post SV, der weiter am Projekt Rückstandsverringerung arbeitete.
Mit einer nahezu fehlerfreien Partie setzte Roland Lorek den Plan der Hausherren in die Tat um. Mit 11:3, 11:8, 11:6 ließ er Petr Vesely nicht den Hauch einer Chance. Christian Raum allerdings war machtlos gegen den unwiderstehlich auftrumpfenden Vladimir Baca (5:11, 3:11, 6:11), der die Gäste mit 7:4 in Front brachte. Danach hielt Frank Zebunke den Post-SV im Rennen. Nach unnötig verlorenem ersten Satz setzte er sein dynamisches Angriffsspiel gegen Kai Müller durch (7:11, 11:8, 13:11, 11:7). Eine große Chance zum 6:7 ließ anschließend Michael Schäfer gegen Dr. Deffner ungenutzt, als er eine 2:0-Satzführung nicht nach Hause brachte. Der Routinier aus dem Coburger Land riss die Partie noch nervenstark herum (12:10, 11:9, 10:12, 9:11, 5:11).
Auch nach diesem 5:8-Rückstand glaubten die Gastgeber noch an das Unentschieden. Völlig unbeeindruckt spielte der blendend aufgelegte Klaus Mehl sein Pensum gegen Thomas Deffner herunter. Sein 11:8, 11:7, 11:5-Sieg war hochverdient. Spannender machte es da schon Stefan Brall, der gegen den Abwehrstrategen Günter Fuhrmann über fünf Sätze gehen musste. Im Entscheidungssatz behielt er nach klugen Angriffsvarianten mit 11:3 die Nerven. Im alles entscheidenden Schlussdoppel standen sich Lorek/Zebunke und Baca/Müller gegenüber. Man merkte den Bambergern an, dass sie unbedingt gewinnen wollten - sie steigerten sich in einen wahren Spielrausch. Den ersten Satz entschieden sie nach sehenswerten Ballwechseln mit 11:5 für sich. Auch im zweiten Satz lagen sie mit 5:2 vorne, bis einige Unaufmerksamkeiten noch zum Satzausgleich führten (9:11). Danach aber hatten die Gäste dem Angriffswirbel von Lorek/Zebunke nichts mehr entgegenzusetzen. Nach reihenweise hochklassigen Ballwechseln feierten die Bamberger mit 11:6 und 11:8 den Punktgewinn wie einen Sieg. fz