Michael Memmel Wer suchet, der findet. Das Zitat aus der Bergpredigt darf Rosemarie Stöhr jetzt getrost auf sich beziehen. Die 81-Jährige aus Bamberg hält sich nach eigener Aussage genau an die Corona-Regeln und trägt regelmäßig eine Maske. Das stellt die Seniorin auch vor Schwierigkeiten, wenn sie - in der einen Hand den Gehstock, in der anderen die Einkaufstasche - beim Verlassen eines Geschäftes die Maske abnehmen möchte. Und just bei so einer Gelegenheit hat sie unlängst ihr Hörgerät verloren, das sie erst seit drei Monaten trägt.

Damit begann eine intensive Suche, an der sich ein Nachbar und eine andere Dame beteiligten, die aber letztlich erfolglos blieb. Am Ende verständigte Rosemarie Stöhr ihren Akustiker, ihren Ohrenarzt und das Fundbüro. Inzwischen wurde das Gerät entdeckt. Über die Herstellerfirma führte der Weg zum Akustiker und letztlich zurück zu Frau Stöhr: "Die Erleichterung war riesengroß."

Die Suche geht allerdings noch weiter - nicht mehr nach dem Hörgerät, sondern nach dessen Finderin. Die Dame, die das Gerät vor einem Geschäft in der Innenstadt aufgelesen hatte, wollte nämlich ihren Namen und ihre Adresse nicht hinterlassen. Es sei doch selbstverständlich, das Gerät abzugeben. Nun kann Rosemarie Stöhr nicht Danke sagen, was ihr ein großes Anliegen ist. Denn, so schreibt sie der FT-Redaktion: "Ich habe nicht nur Glück gehabt, sondern in dieser für uns alle schwierigen Zeit gibt es viele hilfsbereite Menschen. Danke!"

Wer suchet, der findet - in diesem Fall vielleicht unter den FT-Lesern? Hoffen wir, dass das Dankeschön so noch bei der Richtigen ankommt.