Am Forstweg von Höchstadt-Süd Richtung Biengarten steht eine Martersäule von 1626. Sie wurde vor einigen Jahren von Georg Schockel und seinen Helfern renoviert und mit neuen Hinterglasbildern ausgestattet.

In der schlimmen Zeit des 30-jährigen Krieges waren viele Dörfer verarmt oder sind in Flammen aufgegangen. Das Dörfchen Poppenwind war bis dahin verschont geblieben. Eine junge schwangere Frau sagt ihrer gelähmten und blinden Schwiegermutter, dass sie nach Höchstadt laufen will, um noch das Nötigste einzukaufen. Das Wetter war regnerisch und ungemütlich. Die alte Frau bittet sie zu bleiben, die Zeiten sind unsicher, der Krieg wütet schon acht Jahre.

Das Kind kommt im Wald

Doch die Schwangere sagt, sie sei in zweieinhalb Stunden wieder zurück und geht. Ihre Einkäufe in Höchstadt sind schnell getätigt. Auf dem Rückweg nimmt sie eine Abkürzung. In einem Dickicht neben dem Poppenwinder Weg bricht sie zusammen und bringt einen Knaben zur Welt. In ihrer Not betet sie zur heiligsten Dreifaltigkeit und gelobt, ein Marterl errichten zu lassen.

Der Ehemann, der inzwischen nach Hause kam, wurde von seiner Mutter gebeten, nach ihr zu suchen. Er fand seine junge Frau und den Neugeborenen und brachte sie mit seinem Pferdewagen nach Hause. Noch im selben Jahr haben die beiden Eheleute die Steinsäule aus Dankbarkeit errichten lassen. red