Bei einer Feierstunde im Landratsamt wurden die beiden langjährigen Kreisheimatpfleger Dieter Schmudlach und Ruprecht Konrad verabschiedet. Die Laudationes hielt der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Ulrich Wirz, der die Heimatpflege als eine nur schwer zu beschreibende Aufgabe bezeichnete, weil es schon Probleme bereite, das zu definieren, was gepflegt werden soll: "Was ist überhaupt Heimat, was bedeutet sie jedem Einzelnen von uns? Eine solche Festlegung wird immer schwieriger, wenn trotz der immer wieder beschworenen freien Gesellschaft, zunehmend von einer selbst ernannten Öffentlichkeit laut vorgedacht und vorgesagt wird, was man denken darf und was nicht. Da sollen allen Ernstes sogar alte Märchenbücher und Liederhefte für Kinder nachträglich zensiert werden."
Zusätzlich zum fachlichen Wissen müsse er in jedem Fall auch Mut mitbringen, unbequeme Dinge anzusprechen und zum Teil dann öffentlich auszufechten, so Wirz.
Als Dieter Schmudlach vor 43 Jahren und Ruprecht Konrad vor 23 Jahren anfingen, sich mit Heimatpflege zu beschäftigen, glaubte man, es gehe hauptsächlich um Geschichte, um Bewahrung von Baudenkmälern, von Bräuchen, Mundart, Volksmusik und Tracht. Noch dazu erschien die Heimatpflege damals von den Zeitläufen etwas abgekoppelt und war somit etwas vergleichsweise Konstantes.


Vieles hat sich verändert

Wirz: "Da hat sich im Laufe der Jahrzehnte doch einiges verändert. Als Dieter Schmudlach, 1973 Kreisheimatpfleger wurde, war in Bayern als erstem Bundesland überhaupt gerade ein Denkmalschutzgesetz verabschiedet worden, das klar definierte, was an historischer Bausubstanz schützenswert ist."
Dieter Schmudlach und Ruprecht Konrad hätten sich den Aufgaben über Jahrzehnte in vorbildlicher Weise zugewandt. Die meiste Zeit im heimatpflegerischen Alltag beanspruche die Beratung in Gesprächen und schriftlich. Werner Reißaus