Es ist schon seltsam. Da regt sich die eine Fraktion der Westumgehung-Gegner in Neunkirchen (Bürgerinitiative Munk) drüber auf, dass der Damm durchs Tal neun Meter hoch ist. Komisch nur, dass eine andere Gegner-Fraktion - die Ebersbacher - es explizit so wollte, damit sie mit ihren Landmaschinen drunter durchfahren können (Der Gemeinderat wollte nur 4,8 Meter!).
Aber es wird noch kurioser: Die Ebersbacher hätten gerne eine direkte Anbindung nach Rosenbach, doch das wollte explizit die Munk nicht, wo ihnen der Gemeinderat entgegenkam.
Wir sehen hier also das sehr bezeichnende Schauspiel, wie zwei verschiedene Gegner-Fraktionen eines Projekts das Projekt jeweils vor allem aus dem Grund ablehnen, das die anderen erst verursacht haben. Muss man das verstehen? Auf jeden Fall scheinen sich die Fraktionen offenbar selbst nicht mehr ganz klar zu sein, was man nun eigentlich will.
Und keine Sorge: Diese Uneinigkeit und auch viele weitere Einspruchsgründe werden die Westumgehung keinesfalls gefährden, wie man an den Ausführungen des Staatlichen Bauamts am Bürgerabend am 8. Februar sehr gut sehr konnte. Sämtliche - teils recht emotional - vorgebrachte Dinge der Gegner konnten schnell und kompetent entkräftet werden beziehungsweise es wurde aufgezeigt, dass sich die Äußernden teils in einem Irrtum befanden.
Somit ist an diesem Abend endgültig klar geworden, dass die Westumgehung mit Einwendungen vielleicht etwas verzögert, aber eben nicht mehr verhindert werden kann. Punkt. Und nur mit der Westumgehung lassen sich die innerörtlichen Straßen um bis zu 73 Prozent entlasten, was endlich Lärmentlastung, Sicherheit und mehr Lebensqualität bringt.
Und übrigens: Wenn man am Tag der Gegner-Veranstaltung am am Waldrand der Pfaffenau mal genau hinsah, dann tummelten sich da weder größere Menschenmassen noch echte Naturschützer. Denn wie man an den parkenden Autos erkennen konnte, sind offenbar mindestens zwei von drei mit dem Auto (teils auch dicke SUV) dorthin gefahren und parkte die Gemeindeverbindungsstraße nach Ebersbach derart zu, dass weder die für die Bauern so wichtigen Landmaschinen noch gegebenenfalls ein Krankenwagen durchgekommen wäre. Soviel also zu unseren angeblichen "Naturfreunden"...

Mario Hemmerlein
Neunkirchen am Brand