von unserer Mitarbeiterin Nadine Rener

Zapfendorf — Quo vadis, Zapfendorf? Eine Frage, die sich die ganze Gemeinde stellen muss nach den Geschehnissen rund um den ehemaligen Bürgermeister Matthias Schneiderbanger (CSU), der im Dezember letzten Jahres wegen des Verdachts der Untreue festgenommen wurde. Mittlerweile ist er von seinem Amt zurückgetreten und hat Platz für einen Nachfolger gemacht. Doch wer soll das sein? Die CSU Zapfendorf möchte darauf mit ihrem eigenen Kandidaten antworten.
Nur ungefähr ein Jahr nach den Kommunalwahlen geht in Zapfendorf die Suche nach einem Gemeindeoberhaupt also wieder los. In der Aufstellungsversammlung suchte der CSU-Ortsverband einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 28. Juni. Dabei gab die CSU die Richtung klar vor: Es soll in die Zukunft geblickt werden. Von einem Aufbruch war die Rede, nach dem Schock, den der Fall Schneiderbanger gerade auch in den Reihen der CSU ausgelöst hatte. Vertrauen schaffen, das ist die Devise. Denn was geschehen ist, "will Zapfendorf relativ schnell wieder vergessen", so der CSU-Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof.

Nur 31 Stimmberechtigte

Bei der Nomnierung war aber nur etwa die Hälfte der CSU-Mitglieder aus Zapfendorf anwesend, gerade einmal 31 Stimmberechtigte waren das. Sie konnten sich zwischen zwei Kandidaten entscheiden, die sich im Vorfeld der eigentlichen Wahl den Versammelten vorgestellt hatten.
Baptist Schütz schlug als Vertreter der Vorstandschaft Werner Porzner vor. Porzner ist seit 2013 Ortsvorsitzender und trat schon bei der letzten Aufstellungsversammlung gegen Matthias Schneiderbanger und Bernhard Weber an. Er ist Ingenieur und als Oberamtsrat bei der Deutschen Post tätig. Für ihn ist der Anspruch, "Politik aktiv zu gestalten". Daher sei es wichtig, die Bürger stärker zu informieren, sie nicht im Unklaren zu lassen. Er will transparent sein, denn "Menschen fühlen sich dann unwohl, wenn sie uninformiert sind".
Zudem will Porzner verstärkt auf Zusammenarbeit setzen, gerade auch mit der Umlandfraktion. Es soll auf einander zugegangen werden, gemeinsam sollen Probleme gelöst werden. "Denn zusammen geht alles besser", so Porzner.
Altbürgermeister Josef Martin stellte Johannes Michel vor. Er studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Bamberg, ist Herausgeber einer Onlinezeitung und seit über zehn Jahren als freier Mitarbeiter beim Fränkischen Tag tätig. Als Journalist ist er ganz nah dran an der lokalen Politik in Zapfendorf, aber auch in den umliegenden Gemeinden. Neben den zahlreichen Erfahrungen, die er in vielen Sitzungen sammeln konnte, erlaube ihm seine Arbeit außerdem "eine gute Sicht von außen auf die Gemeinde". Außerdem sind für ihn neue Medien kein unbekanntes Terrain, die gerade auch in Zukunft für Politik wichtig sein werden. "Zapfendorf muss eine moderne Gemeinde sein", so Michel in seiner Antrittsrede. Als wichtige Themen nannte er die Außendarstellung der Gemeinde sowie eine bessere Vernetzung der Vereine. Als unabhängiger und parteiloser Kandidat plädierte er für einen Neuanfang.

"Noch lange nicht gewonnen"

Bei der anschließenden Wahl setzte sich Porzner mit 23 zu sieben Stimmen durch. "Die Wahrnehmung auf Zapfendorf beschränkt sich auf den Skandal, aber Zapfendorf ist gut", sagte er. Und das wolle er im Wahlkampf auch beweisen.
MdL Heinrich Rudrof mahnte, dass die Wahl noch lange nicht gewonnen sei. Allerdings freute er sich, dass sich gleich zwei Bewerber bereiterklärten zu kandidieren.