Eckehard Kiesewetter

Ebern — Die Debatte um das Gewerbegrundstück neben der Frauengrundhalle in der alten Kaserne gewinnt an Fahrt. Mitglieder der Eberner CSU, allen voran Vorsitzender Sebastian Ott, die sich jedoch auf dem Formular nicht zu ihrer Parteizugehörigkeit bekennen, sammeln seit gestern Unterschriften, um ein Bürgerbegehren "Für den Erhalt der Grün- und Freiflächen an der Frauengrundhalle" zu starten.
Die betroffenen Flächen, so heißt es auf den Listen, die an verschiedenen öffentlichen Stellen aufliegen, seien "für die Weiterentwicklung als Kultur- und Veranstaltungsbereich unersetzlich und es ist möglich, die geplante Gewerbeansiedlung an anderer Stelle zu verwirklichen, zum Beispiel durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete, um die geplante und ausdrücklich begrüßte Ansiedlung des Gewerbebetriebes im Stadtgebiet zu ermöglichen."
Vertreter des Stadtrats hatten argumentiert, es habe nie ernsthafte Ansätze für eine kulturelle Nutzung des Geländes gegeben. Dem widerspricht jedoch Walter Ullrich, der Vorsitzende des Kulturrings und Organisator der Eberner Musiknächte. Er hatte bei der Verwaltung schon vor Wochen wegen eines Open-Air-Konzertes im kommenden Jahr nachgefragt, war jedoch auf den Alten Sportplatz verwiesen worden. Ullrich findet, das "Filetstück" neben der Stadthalle müsse unbedingt als Festplatz erhalten bleiben.
Bürgermeister Jürgen Hennemann stellt klar, dass die Fläche neben der Stadthalle als Gewerbefläche ausgewiesen sei und als solche auch genutzt werden müsse. Dass es sich um eine Rasenfläche, den ehemaligen Bundeswehrsportplatz handelt, sei reiner Zufall. Ihm persönlich komme es wegen des Widerstands aus der Bevölkerung inzwischen so vor, als wolle die Stadt den Hyde Park oder den Englischen Garten verscherbeln. Er persönlich glaube, dass das Umfeld der Stadthalle durch einen modernen Kuppelbau - er spricht von einem "architektonischen Highlight" - sogar gewinnen werde. Zudem verweist der Bürgermeister auf Bestrebungen, den Innenhof der Frauengrundhalle gestalterisch aufzuwerten.
Der Notarvertrag werde zwar vorbereitet, sei jedoch noch nicht unterschrieben, das Gelände also noch nicht verkauft. Grundstücksspekulationen seien ausgeschlossen: Sollte der Bauantrag für das Fertigungsgebäude abgelehnt werden, so bestehe für den Investor ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag. Andersherum sichere sich die Stadt ein Rückkaufrecht, wenn das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werde.