Forchheim — In 36 Tagen ist es wieder so weit - dann startet zum 174. Mal das Forchheimer Annafest. In der einmaligen Atmosphäre des Kellerwalds mit seinen vielen Bierkellern wird erstmalig in diesem Jahr sogar insgesamt elf Tage lang anstatt der üblichen zehn gefeiert.
"Moderne und volkstümliche Musik, hippe Fahrgeschäfte und jahrhundertealtes Brauchtum - hier vereinen sich Tradition und Moderne auf schönste Weise", schreibt die Stadt Forchheim in einer Pressemitteilung.
Nachweislich wird das Forchheimer Annafest seit 1840 gefeiert. Seine Entstehung verdankt es zwei wichtigen Faktoren: den Wallfahrern und der royalen Schützengesellschaft. Um den 26. Juli, den Namenstag der Heiligen Anna, unternahmen die frommen Bürger eine Wallfahrt zur Annakapelle nach Unterweilersbach. Auf dem Rückweg machten die durstigen und hungrigen Wanderer Station im schattigen Kellerwald. Die Angehörigen kamen den Wallfahrern mit Essen und Trinken im Gepäck entgegen.

Ein alter Brauch

Da die Forchheimer Bierbrauer früher in den weit verzweigten Gewölben des Kellerwalds ihr Bier lagerten und heranreifen ließen, war dies natürlich auch der ideale Ort, um sich ein kühles Blondes zu gönnen.
Als dann auch noch der königliche Schützenverein seine Schießstätte in den Bereich des Kellerwalds verlagerte und das Hauptschießen alljährlich am 26. Juli abhielt, entwickelte sich aus dem alten Brauch schließlich das Volksfest.
Mittlerweile drängen sich jedes Jahr tausende Besucher in den engen Gassen des Kellerwalds, um das Annafest mitzuerleben. Aber keine Sorge: Bei rund 30 000 vorhandenen Sitzplätzen findet jeder Gast ein nettes Plätzchen. Das größte Fest im Wald Europas wird in diesem Jahr zum ersten Mal schon an einem Freitag (25. Juli) um 17 Uhr mit dem traditionellen Bieranstich auf dem Schindlerkeller durch den Forchheimer Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) offiziell eröffnet.
Am Tag darauf ist Auftakt um 14.30 Uhr in der Innenstadt auf dem Rathausplatz mit Aufführungen von Schützen-, Musik-, Heimat- und Trachtenvereinen, bevor sich der Festzug im Anschluss in Richtung Kellerwald bewegt.

Zehn Brauereien

Auf einer Bierbank unter Eichen- und Buchenbäumen können Besucher dann neben dem besonderen Annafestbier auch etwa 33 verschiedene Biersorten von zehn fränkischen Brauereien probieren und es sich bei einem regionalen Schmankerl und einem abwechslungsreichen Musikprogramm gutgehen lassen.
Selbstverständlich kommt auch die ganz junge Generation nicht zu kurz. Dafür sorgen Riesenrad, Kinderkarussell sowie viele weitere Fahrgeschäfte und Buden. Am 29. und 31. Juli dürfen Kinder zu ermäßigten Preisen fahren. Das Annafest hat täglich von 13 bis 23 Uhr geöffnet. Am Sonntag beginnt der Betrieb bereits ab 11 Uhr. Für alle Besucher, die aus Forchheim und den umliegenden Stadtteilen zum Annafest fahren möchten, hat das Landratsamt Forchheim einen Sonderbusfahrplan ausgearbeitet.

Zum Fest und wieder zurück

Die Busse bringen die Bewohner des Landkreises sicher zum Fest und nach Hause zurück. Gäste, die von weiter weg anreisen, können ihr Auto auf dem Park&Ride-Parkplatz auf dem Ausstellungsgelände in Forchheim-Süd abstellen. Von dort verkehrt ein Shuttle-Bus, der die Besucher im 15- oder 30-Minuten-Takt direkt zum Annafest und wieder zurückbringt. red