Wer sich fragt, wann eigentlich wieder die stimmungsvolle Vereidigung der Bundespolizei auf dem Domplatz in Bamberg stattfindet, sieht sich in diesem Jahr leider enttäuscht. Statt der geplanten Großvereidigung von 1600 jungen Frauen und Männern am 17. Oktober im Schatten des Doms war der Leiter der Ausbildungseinrichtung der Bundespolizei, Thomas Lehmann, durch die anhaltende Covid-19-Infektionslage gezwungen, für zunächst 930 Dienstanfänger eine Veranstaltung innerhalb der Dienststelle in der Zollnerstraße auszurichten.

"Die steigenden Infektionszahlen machten es unmöglich, eine öffentliche Veranstaltung mit Zuschauern und Angehörigen aus allen Teilen der Bundesrepublik verantwortungsvoll durchzuführen", heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei. Deshalb mussten die Auszubildenden und Studierenden, welche seit März beziehungsweise September ihre Ausbildung und Studium in Bamberg aufgenommen haben, auf die Anwesenheit ihrer Angehörigen verzichten. Stattdessen leisteten sie ihren Eid, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und ihre Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, in einer nicht öffentlichen Zeremonie auf dem Appellplatz im Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Bamberg. Der Präsident der Bundespolizeiakademie, Alfons Aigner, erinnerte die jungen Frauen und Männer in seiner Festrede an ihre Pflichten, welche über den Dienst hinausgingen. Egal, ob dies die Einhaltung von Infektionsschutzauflagen betrifft oder die Befolgung von Gesetzen. Weiterhin machte er deutlich, dass jedwede Form von

Radikalismus in der Bundespolizei nicht akzeptiert werde und von jedem Beamten erwartet wird, entsprechende Feststellungen bei Kollegen unmittelbar zu melden.

Durch einen Abstand von zwei Metern zwischen den Auszubildenden und dem permanenten Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes seien optimale Rahmenbedingungen geschaffen worden, damit auch weiterhin kein positiver Covid-19-Befund innerhalb der Ausbildungseinrichtung verzeichnet werden muss. Da ein Teil der Auszubildenden derzeit im Rahmen der Fernlehre nicht in Bamberg präsent ist, wird eine weitere Vereidigung am 5. November durchgeführt.

Leitender Polizeidirektor Thomas Lehmann hofft, dass bereits im Jahr 2021 die Vereidigung wieder auf dem Domplatz stattfinden kann. "Eine öffentliche Vereidigung steht für eine Polizei, die in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt ist." red