Sterben ist ein Teil des Lebens, so sieht es jedenfalls die Hospizbewegung. Daher bietet die Hospizarbeit Menschen, die mit einer schweren Krankheit, Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind, Beistand und praktische Hilfe - für einen Abschied in Würde. 1997 gründete sich in Kulmbach ein Hospizverein, und der hatte am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung in die Gaststätte "Zum Gründla" geladen.

"Wir hatten 2020 einen schweren Start", resümierte Vorsitzender Markus Ipta das aktuelle Geschehen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. "Am schlimmsten war für uns Hospizhelfer, dass wir vor Ort keine Hospizarbeit mehr machen konnten. Auch uns war der Zugang zu Palliativstationen, Krankenhäusern und Pflegeheimen verwehrt." Zwar habe man schnell auf telefonische Beratung umgestellt, aber das sei sicher nicht das langfristige Ziel.

"Darüber hinaus ist unsere Zeit im Ehrenamt begrenzt, das heißt, wenn wir auch noch auf eingeschränkte Besuchszeiten, wie es aktuell der Fall ist, Rücksicht nehmen müssen, gestaltet sich die Arbeit für uns schwierig."

Die Bilanz des Jahres 2020 werde sich erst in der Hauptversammlung 2021 zeigen, 2019 jedenfalls sei für den Hospizverein ein erfülltes Jahr gewesen. Zum Jahresende zählte der Verein 374 Mitglieder, das bedeutet einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Durch die ehrenamtlichen Begleiter wurden in 1423 Stunden 100 Menschen begleitet, 66 davon bis zum Lebensende. "Seit Beginn unserer Begleitungen im Jahr 1998 haben wir etwa 1275 Menschen mit einem Stundenaufwand von etwa 38 180 Stunden begleiten können."

Der Hospizverein begleitet aber nicht nur Sterbende auf ihrem letzten Weg, sondern er kümmert sich zusätzlich um die Hinterbliebenen. So wurde auch 2019 eine Trauergesprächsreihe angeboten, ebenso wie das Trauercafé, das an jedem zweiten Sonntag im Monat stattfindet. "Dort haben Trauernde die Möglichkeit, sich zu begegnen, auszutauschen und sich gegenseitig zu trösten." Ein spezielles Angebot für Männer hat Richard von Schkopp ins Leben gerufen: einen Männer-Trauer-Stammtisch, der sich jeden zweiten Mittwoch im Monat trifft.

Auch neue Hospizhelfer konnten im Jahr 2019 ausgebildet werden. "14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es im vergangenen Jahr, 13 davon sind in den aktiven, ehrenamtlichen Hospizdienst übergetreten", erläuterte Ipta. Somit verfügte der Kulmbacher Hospizverein zum Ende des Jahres 2019 über 51 ehrenamtliche, aktive Begleiterinnen und Begleiter, "und das ist wichtig, denn nur wenn es genügend Ehrenamtliche gibt, können wir allen die so wichtigen Auszeiten gewähren".

Damit die Hospizbegleiter das Erlebte gut verarbeiten können gibt es besondere Fortbildungsangebote und Supervisionen.

Um in der Öffentlichkeit über seine Arbeit zu informieren, beteiligte sich der Hospizverein 2019 an diversen Veranstaltungen, auch ist eine eigene Homepage www.hospiz-kulmbach.de inzwischen online. "Unter unserem Motto ‚Gemeinsam statt einsam' haben wir die Homepage bewusst ruhig gehalten und mit Aquarellen versehen. Das soll die Wärme ausstrahlen, die wir den Sterbenden und deren Angehörigen vermitteln wollen", erläuterte Markus Ipta.