Die jüngste Vollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) wurde in den digitalen Raum verlegt und als Videokonferenz durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Wahlen der Vorstandschaft, die Haushaltszahlen und die Arbeitsplanung für 2021.

Mit einem überragenden Ergebnis und einem großen Vertrauensvorschuss wurde Andy Fischer als Vorsitzender erneut bestätigt. Sein Stellvertreter ist Philipp Wich. Als Beisitzer fungieren künftig Stefanie Regel, Björn Schmittdiel und Nadine Deckelmann. Sie werden unterstützt von sogenannten "freien Persönlichkeiten", die das Vorstandsgremium gegebenenfalls verstärken und und beraten können. Dazu zählen künftig Matthias Simon, Stefan Heinlein, Susanne Heinlein und Jennifer Heyder.

Andy Fischer meinte zu seiner Wiederwahl: "Diese zwei kommenden Jahre werde ich noch genießen, danach steige ich eventuell aus." Er bezeichnete die Arbeit mit den Jugendlichen als "eigenes Kind" und bedauerte, dass diese im "ungewöhnlichen Jahr 2020" nur sehr eingeschränkt möglich gewesen sei. "Diese Arbeit war verbunden mit sehr viel weinenden Augen. Wir hatten das Gefühl, wir können nur rumsitzen und jeder hat sich wie im freien Fall gefühlt." Aber Fischer versicherte auch: "Deshalb fallen demokratische Strukturen aber nicht hinten runter, denn es gab Möglichkeiten, dieses Ehrenamt auch unter Corona-Bedingungen durchzuführen."

Das konnte auch Matthias Bär, der Vorstand des Bezirksjugendrings (BJR), nur bestätigen. "Es sind zwar in den acht Monaten seit den Einschränkungen viele Aktionen ausgefallen, aber unsere Arbeit ist sehr wichtig. Menschen brauchen Betreuung. Wir prägen die Jugendlichen und nehmen sie mit durch gute und weniger gute Zeiten, auch wenn die Arbeit gerade schwierig ist. Wir bleiben am Ball und unterstützen da, wo es möglich ist und wo wir den Jugendlichen begegnen. Das ist ein großer Schatz." Im nächsten Jahr wolle man deshalb mit umso mehr Power und Elan an den Start gehen. Am Ende machte er sogar Hoffnung auf ein Jufinale (Jugendfilmfestival) 2021.

Die Zukunft gestalten

Landrat Klaus Löffler, der dem "digitalen Bereich einen gewissen Charme und einige Stärken" zugestand, meinte, "wir müssen uns gerade jetzt mit unserer Zukunft beschäftigen". Dies beinhalte vor allem auch eine nachhaltige Verfolgung von bestimmten Themen, die die Jugendarbeit beträfen. "Man kann immer alles im Leben verbessern." Aus diesem Grund habe man auch die personelle Besetzung ergänzt. "Unser Miteinander beruht auf einem starken Fundament. Wir haben sicher manchmal intensive Diskussionen und unterschiedliche Sichtweisen, aber wir können uns immer wieder aufeinander verlassen."

Viele Themen habe man bereits angestoßen, versicherte Löffler, auch das Problem "Räumlichkeiten" sei auf einem guten Weg. Dieser Punkt, der schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf der Agenda von Andy Fischer steht und der tatsächlich immer wieder für Reibung gesorgt hatte, könnte sich also bald in Wohlgefallen auflösen. So jedenfalls die Hoffnung des alten und auch neuen Vorsitzenden. Landrat Klaus Löffler meint dazu: "Es war und ist das Herzensanliegen von Andy Fischer, wir sind am Thema dran."

Die Geschäftsführerin des KJR, Eva Wicklein, sprach von einer "ungewöhnlichen Vollversammlung", bei der man im Jahr 2020 über das Jahr 2019 und über das Jahr 2021 rede, nur nicht aber über 2020 selbst. Das erkläre sich aber auch durch den Umstand, dass ja normalerweise zweimal pro Jahr die Vollversammlung stattfinde. Wicklein erwies sich erneut als virtuose Herrscherin über das Zahlenwerk des KJR. Unter anderem freute sie sich, dass man im vergangenen Jahr die Zuschüsse, die gewährt wurden, zum größten Teil abgerufen habe. "Das weist auf eine facettenreiche Jugendarbeit hin."

Sie sprach aber auch über die Schrumpfung der Rücklagen, die jetzt in Form eines neuen Spielmobils vor der Tür geparkt seien. Insgesamt zeichnete sie ein Bild von gesunden Finanzen und einer gut durchschaubaren Aufschlüsselung aller Posten im Haushaltsplan.

Fahrt nach London?

Den Blick ins nächste Jahr warf Alexandra Kaiser, die die künftige Arbeitsplanung vorstellte. Sie streifte die Freizeit- und Kulturarbeit, die auch wieder eine Fahrt nach London vorsehe, falls es Corona erlaube. Auch das Spielmobil soll zum Einsatz kommen und der Ferienpass. Wichtig war ihr aber vor allem auch die "jugendpolitische Schnittstellenarbeit", die vor allem den Austausch mit den Fraktionsspitzen der Partei vorsehe, aber auch den mit dem Landrat. Und sie machte Hoffnung in Richtung "Kreisspielfest 2021" und die Durchführung des Jugendpreises, der noch einmal ausgeschrieben werden soll. Der Schwerpunkt der Vorstandschaft soll im nächsten Jahr im Zeichen der Öffentlichkeitsarbeit, der Organisationsentwicklung, dem Werben neuer Vorstandsmitglieder und der Entwicklung und Weiterentwicklung stehen. Hier will man eine neue Vereinbarung zwischen dem Landkreis und dem KJR treffen.

Das neue Logo stellte Eva Wicklein am Ende in den Fokus. Vor allem eine veränderte Schrift soll für eine besser Außenwirkung sorgen. Und abschließend meinte sie: "Es wird auch wieder eine Zeit nach Corona geben."