Simone Steiner Liebespartner geben sich, ähnlich wie Eltern ihren Kindern, ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Durch gegenseitige Zuwendung, Berührungen und Einfühlung wird Stress reduziert, der durch Druck von außen, Verunsicherung und Angst entsteht.

Herausforderung für Beziehungen

Gerade aktuell gibt es viele Stressfaktoren. Der veränderte Tagesablauf, die Sorge um den Arbeitsplatz, neue Herausforderungen als Ersatzlehrkraft belasten. Und die gewohnten Ausgleichsmöglichkeiten, wie Sport im Verein oder sich mit Freunden in der Kneipe treffen, fallen weg. Wenn dann die Liebesbeziehung ohnehin gar nicht mehr so liebevoll ist, was im Laufe der Jahre durchaus vorkommen kann, sondern bei Eltern auf eine Kooperation beim gemeinsamen "Projekt Familie" geschrumpft ist, stellt sich bei den Beteiligten oft ein Gefühl von "nebeneinander" her ein. "Er/sie sieht mich gar nicht mehr", bekommen wir in der Beratung zu hören. "Organisatorisches können wir besprechen, aber sobald es um uns geht, wird es richtig schwierig." Paare beklagen dann "Kommunikationsstörungen" und eine Art "Sprachlosigkeit".

Diese Distanz fördert das Konfliktpotenzial und das Risiko von eskalierendem Streit steigt. Anstatt den/ die andere(n) als zugewandt, beruhigend und ermutigend zu erleben, wird er/sie zu einem weiteren Stressfaktor. Was können Paare tun, um ihre Beziehung wieder zu stärken?

Was hilft, ist, dem anderen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wie begrüße ich sie/ihn beim Nachhausekommen? Suche ich Blickkontakt? Geht eine Umarmung oder ein Kuss? Was nehme ich wahr? Ich bin offen für die/den anderen und habe ein ehrliches Interesse, wie es ihr/ihm geht.

Zeit für Zweisamkeit einplanen

Und zufriedene Paare schaffen es, "Paarzeit" zu organisieren, in der sie aufmerksam, zugewandt und ungestört füreinander da sein können. Zugegeben, nicht einfach zu bewerkstelligen, gerade mit kleinen Kindern, trotzdem mehr als einen Versuch wert. Sie könnten damit beginnen, in Ruhe einen Kaffee miteinander zu trinken. Manchmal gelingt es leichter, Zeit am Abend zu finden. Versuchen Sie einen Zeitraum zu verabreden, in dem Smartphone, PC und Fernseher aus sind. Statt sich nebeneinander medial zu beschäftigen, können Sie miteinander Dinge tun. Was haben Sie früher gerne zusammen gemacht? Und wann haben Sie die Fotos vom letzten gemeinsamen Urlaub angesehen, oder gar die Hochzeitsfotos? Nur Mut, es lockt die Wahrscheinlichkeit, wieder etwas von dem zu entdecken, warum Sie damals "Ja" gesagt haben, und ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit könnte sich wieder einstellen.