Die Stadt Coburg hält am Zweckverband Klinikum Coburg einen Anteil von 41,55 Prozent. Über den Zweckverband gehört die Stadt deshalb zu den Miteigentümern des Regiomed-Konzerns, der die Kliniken in Coburg, Neustadt, Lichtenfels, Sonneberg, Neuhaus, Hildburghausen und Masserberg betreibt. 2018 geriet der Konzern massiv in die roten Zahlen: Damals stand ein Minus von rund 25 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahrs. Verglichen damit, ist Regiomed auf dem Weg der Besserung, wenn auch noch nicht überm Berg. Rund 9,5 Millionen betrug das Minus 2019, bei 6,7 Millionen Euro lag es 2020. Entwickelt sich das Geschäftsjahr 2021 nach Plan, so dürfte das Minus bei 1,6 Millionen Euro liegen, wie aus dem Prüfbericht zum Konzernabschluss hervorgeht.

Das Jahr 2020 war in den Kliniken geprägt von Corona. Für den Konzern selbst zahlte sich die Pandemie durchaus aus: Weil die Krankenhäuser sogenannte "Freihaltepauschalen" erhielten, wenn sie Betten frei hielten für Covid-19-Patienten, flossen insgesamt rund 35,8 Millionen Euro an den Konzern. Das habe zum verbesserten Ergebnis beigetragen, aber nicht allein, betonte Geschäftsführer Michael Musick am Donnerstag im Coburger Stadtrat. Weil die Stadt Miteigentümerin von Regiomed ist, muss der Stadtrat die Bilanz absegnen. Der Oberbürgermeister erhält dann den Auftrag, bei der Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss zu genehmigen. Das Gleiche müssen die Kreistage von Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg tun - die Landkreise sind ebenfalls Gesellschafter des Klinik-Konzerns. Neben den Freihaltepauschalen trugen laut Musick die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen dazu bei, dass das Minus sich verringerte. Allerdings nicht in allen Krankenhäusern gleichermaßen. Das Klinikum in Neustadt schnitt mit einem Minus von 1,7 Millionen Euro schlechter ab als im Jahr zuvor. Der Grund: Dort finden viele geplante Operationen statt, von denen viele wegen der Pandemie verschoben wurden, sagte Musick.

Die Gesellschafter leisten ebenfalls ihren Beitrag, damit der Konzern wieder schwarze Zahlen schreibt. So stellen sie gemeinsam insgesamt 30 Millionen Euro als Kassenkredit zur Verfügung. Dieses Geld werde auch gebraucht, sagte Musick: 16 Millionen Euro seien derzeit in Anspruch genommen.

Eigentlich sollte der Stadtrat am Donnerstag auch einen Grundsatzbeschluss über einen Neubau des Coburger Klinikums fassen. Dieser Punkt wurde jedoch vertagt. Wie Louay Yassin, Pressesprecher der Stadt, mitteilte, soll das Thema in einer gemeinsamen Sitzung von Stadtrat und Kreistag behandelt werden.