Nach elfmonatiger Wettkampfpause zeigte Langstreckenläufer Daniel Götz beim Hörnle-Berglauf in Bad Kohlgrub ein starkes Comeback. Dem 31-Jährigen, der im Laufe des Jahres mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, gelang der Sprung aufs Podest.

Mit 6,8 Kilometern und 700 Höhenmetern zählt der Berglauf zu den mittelschweren im Alpenraum. Im Coronajahr 2020 war es zudem der einzige Berglauf Bayerns, der bis dato stattfand. Die Teilnehmer starteten im Einzelstart-Verfahren und im Abstand von jeweils 30 Sekunden im Kurzentrum von Bad Kohlgrub.

Die abwechslungsreiche Strecke führte über Forststraße und Trails. Götz, der als 30. ins Rennen ging, teilte sich den Lauf gut ein und überholte fast alle vor ihm gestarteten Läufer. In 34:21 Minuten erreichte er schließlich das Ziel, die Bergstation der Hörnle-Schwebebahn auf 1544 Metern Höhe. Damit fehlten ihm lediglich zehn Sekunden auf den deutlich nach ihm gestarteten Münchner Johannes Hillebrand.

Vom Reservisten zum Sieger

Nur zwei Wochen später kam es dann beim Schweiger Forstlauf zur Wiederauflage des Duells. Diesmal kämpften Götz und Hillebrand über zehn flache Kilometer im Anzinger Forst, der Heimat der "Katze von Anzing", Sepp Maier, um den Sieg. Statt der geplanten 1200 Starter entschied sich der Veranstalter dabei für ein Einladungsrennen von nur 30 ausgewählten Läufern aus dem Münchner Großraum. Kurios: Daniel Götz war zunächst nicht darunter. Erst 24 Stunden vor Start rutschte er aufgrund einer kurzfristigen Teilnehmerabsage ins Starterfeld. Die Schotter- und Waldwege im Münchner Osten bereiteten dem Läufer des SV Bergdorf Höhn dann keine Mühe.

Plötzlich war da ein Wildschwein

Selbst die Begegnung unterwegs mit einem Wildschwein brachte Götz nicht aus seinem Konzept. Dieses sah eine schnellere zweite Rennhälfte vor.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelang es ihm schließlich mit einem beherzten Antritt 600 Meter vor dem Ziel, dem Stadion des SV Anzing, sich von seinem Verfolger Hillebrand abzusetzen.

In 32:22 Minuten behielt Götz mit sechs Sekunden Vorsprung die Oberhand. "Nach rund vier Wochen Grundlagentraining bin ich mit dieser Zeit mehr als zufrieden. Das macht Mut", fasste der 31-Jährige das Rennergebnis zusammen. Die Siegprämie teilte er sich dann mit den anderen 29 Teilnehmern: Freibier bei bester Laune.