Beim diesjährigen Bundeswettbewerb zur politischen Bildung, bei dem sich wieder fast 3000 Klassen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten, wurde als Aufgabe gestellt, ein Brettspiel zum Leben und zur Zeit Martin Luthers zu entwerfen.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c des Gymnasiums Ernestinum konnten von ihrem Klassenlehrer Studiendirektor Norbert Berger für diese Thematik begeistert werden und begannen sofort im Internet und in Büchern zu recherchieren.
In Kurzreferaten stellten einige ihre Ergebnisse vor. Außerdem fuhren sie zur Firma Haba nach Bad Rodach, um sich dort von einem Spieleentwickler über die Herstellung von Brettspielen zu informieren.
Gemeinsam wurde dann im Deutschunterricht, in dem ohnehin in der 6. Jahrgangsstufe die Beschreibung eingeübt werden muss, die Gestaltung und Regeln des Lutherspiels erarbeitet. Grundlage des Spielplans bildet eine Karte Deutschlands, in der die wichtigsten Wirkungsstätten Luthers - unter anderem seine Geburtsstadt Eisenach, Mannsfeld, Erfurt, Magdeburg, Wittenberg, die Wartburg, Augsburg, Worms und nicht zu vergessen Coburg - hervorgehoben und mit Punkten verbunden sind.
Den Clou der Spielidee bildet eine große, drehbare Lupe, mit der der Thüringer Raum vergrößert werden kann. Wer Glück hat, darf unterwegs eine Frage zu Luthers Leben beantworten und wird bei richtiger Antwort mit einer kleinen Lutherbibel belohnt. Wer Pech hat, muss eine rote Hinderniskarte ziehen, auf der steht, welche Gebräuche (wie etwa der Ablasshandel) oder Personen (wie etwa der Papst) Luthers Weg gefährdeten, und anschließend eine seiner Lutherbibeln abgeben. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Bibeln hat.
Die Mühe lohnte sich, das Spiel erreichte unter 600 Einsendungen aus ganz Deutschland einen beachtlichen fünften Platz und damit 250 Euro für die Klassenkasse. Und ganz nebenbei erwarben die Schüler spielerisch viel Wissen über Martin Luther und seine Zeit. red