"Wladimir Putin - die Waffen nieder!" "Wladimir Putin - die Waffen nieder!" "Wladimir Putin - die Waffen nieder!" Dreimal skandiert die Menschenmenge am frühen Sonntagabend auf dem Marktplatz die Forderung nach Frieden in der Ukraine. "Die Waffen nieder!" ist der Titel eines Romans von Berta von Suttner und galt vor 100 Jahren als das wichtigste Werk der Antikriegsliteratur. Die Grüne Jugend, die Jungen Coburger, Jusos, Junge Union und Junge Liberale hatten am Wochenende zu einer Kundgebung gegen die Aggression Russlands in der Ukraine aufgerufen - und viele Menschen waren gekommen. Der Platz zwischen Rathaus und Stadthaus füllt sich kurz vor 18 Uhr rasch. "Stop Putin, stop War", "Putin go home" oder "An eurer Seite" ist auf den Transparenten und Schildern zu lesen. Die ukrainischen Farben Blau und Gelb beherrschen die Szenerie. In diesen Farben ist das Stadthaus beleuchtet, eine ukrainische Flagge hält das Standbild des englischen Prinzgemahls.

"Wir stehen hier, um gemeinsam für Gerechtigkeit zu kämpfen. Frieden ist das höchste Gut in einer globalisierten Welt", heißt es zu Beginn von den Vertretern der politischen Jugendorganisationen. Der russische Präsident sei "ein Irrer". Es folgt eine Schweigeminute, um der Opfer des russischen Überfalls auf die Ukraine zu gedenken.

Angst um Eltern und Freunde

Sichtlich bewegt ruft Maxim Kovalkov die Coburger dazu auf, "aufzuwachen, um das Schlimmste zu verhindern". Der Ukrainer lebt seit einigen Jahr in Coburg und bangt um Eltern und Freunde in der Ukraine. "Am 24. Februar haben unsere Handys um 5 Uhr geklingelt. Unsere Eltern haben uns angerufen. Unsere Freunde haben uns angerufen, und sie berichteten von den Bombardements und Angriffen. Putins Verhalten ist gefährlich für die ganze Welt", warnt Maxim Kovalkov. "Die Bilder aus der Ukraine gehen mir an die Nieren", bekennt der evangelische Dekan Andreas Kleefeld. Jeden Tag um 12 Uhr würden die Kirchenglocken läuten und zum Friedensgebet aufrufen.

Landrat Sebastian Straubel erklärt, dass sich die Sanktionen des Westens nicht gegen das russische Volk, sondern gegen die Kriegstreiber im Kreml wendeten. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig nennt die Hilfe für die Opfer eine humanitäre Verpflichtung und eine Selbstverständlichkeit.

Hilfe des Freistaates sichert Melanie Huml zu. Die bayerische Staatsministerin für Europa-Angelegenheiten und Internationales erklärt, man stehe zu den Beschlüssen des Bundestages, Waffen an die Ukraine zu liefern und Russland mit Sanktionen zu belegen.

Hans Michelbach, lange Jahre Wahlkreisabgeordneter und Vorsitzender einer deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, bezeichnet den russischen Präsidenten als "Kriegsverbrecher".