Der Ortsverband Coburg des Deutschen Amateur Radio Club (DARC) blickte bei einem Festakt auf seine 60-jährige Geschichte zurück. "Nachdem das 50. Jubiläum vergessen worden war, soll es nun zehn Jahre später nachgeholt werden", sagte der Vorsitzende Heinz Holzberger am Samstagabend im Gasthof Kaiser. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei eine aufregende, interessante und abenteuerliche Zeit gewesen, wo vieles habe improvisiert werden müssen. Bauteile oder gar fertige Geräte habe es so gut wie überhaupt nicht gegeben oder sie seien unbezahlbar gewesen. So habe man sich die übrig gebliebenen Geräte bei der Wehrmacht geholt und diese seien entweder ausgeschlachtet oder wieder instand gesetzt worden.
Der "Coburger Radioverein" sei bereits im Jahr 1928 aufgelöst worden, weil es keine ernsthaften KW-Funk-Amateure mehr gab, sondern nur noch "Radiohörer". So gebe es auch leider keinen direkten Nachfolger aus diesem Verein, der später ein Rufzeichen erhalten hätte. Übrig geblieben aus dieser Zeit seien nur einige Fotos von der ersten Amateurfunkstation EK4UAB aus dem Jahr 1928. Betreiber war damals der Student Walter Dieminger, der spätere weltweit bekannte Professor und Ionosphären-Forscher am Max-Planck-Institut in Lindau am Harz. Über Funk-Aktivitäten aus den 1930er und 1940er Jahren gibt es laut Holzberger keine Berichte.
"Es herrscht sozusagen Funkstille in Coburg und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war man erst einmal damit beschäftigt zu überleben und hatte ganz andere Sorgen", sagte Holzberger. Sendegenehmigungen seien nicht vergeben worden und das Schwarzsenden sei von der amerikanischen Militärregierung sogar mit dem Tode bestraft worden. Selbst der Besitz von Senderöhren und Brieftauben seien strafbar gewesen.
Im März 1949 wurde das Gesetz über den Amateurfunk vom Wirtschaftsrat in Frankfurt verabschiedet und am 10.9.1950 wurde der DARC gegründet. Bereits am 5.11.1948 versuchten einige am Amateurfunk Interessierte Herren, allerdings noch ohne Lizenz, einen "Deutschen Amateur Radio Club Coburg" zu gründen. Am 29.03.1949 wurde ihnen vom Gewerbeamt der Stadt Coburg die Genehmigung zur Gründung eines solchen Vereins erteilt. Vorsitzender war Benno Koblitz aus Weitramsdorf. Herbert Pieper war stellvertretender Kassierer. Die Mitgliederzahl betrug bereits 22 Personen. Der "Radio Club" löste sich nach einigen Jahren auf, weil die Hauptaktivität nur noch aus "Geselligkeit" bestand.
Am 8.12.1956 fand in "Herzogs Gaststätte" im Zinkenwehr die Gründungsversammlung statt. Bereits wenige Tage später, am 30.12.1956, war das erste QSO der "Coburger Runde" auf dem 80m-Band zu hören. 1957 in Coburg das DARC-Deutschlandtreffen statt.
Bei der am 23.03.1961 stattfindenden Vorstandswahl wurden als 1. OV-Vorsitzender Alfred Steitz und als 2. Rainer Eppler DJ 5 MC gewählt. Eine neue Zeit bricht an. Am 14.10.1961 findet eine außerordentliche Generalversammlung mit Neuwahlen statt. Die Ära Günter Scholz DJ 7 WH beginnt. DJ 4 BB Rolf Bonowitz wird als 1. OVV gewählt, aber die Fäden werden an anderer Stelle gezogen. Der Mitgliederstand betrug 33, davon waren 15 OMs mit einer Sendelizenz.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier ehrte der Distriktsvorsitzende von Franken, Peter Meßthaler, zwei erfolgreiche Mitglieder. Beim Aktivitätswettbewerb Franken 2016 belegte Matthias Bohl in der Wertung 70m-Band den 1. Platz und den 2. Platz in der Wertung 2m-Band. Der 1. Vorsitzende Heinz Holzberger kam im Wettbewerb 70m-Band auf den 2. und im 2m-Band auf den 3. Platz. des