Ganz im notwendigen Trend der Zeit: Gewinnung erneuerbarer Energien , Energiesparen , aber auch Möglichkeiten alternativen Wohnens in einer Tiny-Haussiedlung standen auf der umfangreichen Tagesordnung der Sitzung des Lautertaler Gemeinderates. Schwerpunkt bildete dabei die Umsetzung des „Bürger-Solarpark Lautertal “ im Bereich der Autobahn A73 in der Gemarkung Unterlauter.

Größtes Projekt im Landkreis

Hier soll auf rund 5,5 Hektar Fläche eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von sechs Millionen Kilowattstunden und einem Investitionsvolumen von circa vier Millionen Euro entstehen. „Es ist unser bisher größtes Projekt im Landkreis und wir wollen eine 100-prozentige Bürgerbeteiligung ermöglichen“, betonte Christian Gunsenheimer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie- Genossenschaft Coburger Land bei der Erörterung des Sachstandes. Ehrgeiziges Ziel ist die Inbetriebnahme im Juni 2023. Das sei nur denkbar, so Gunsenheimer, weil das größte Engpassmaterial – die Kondensatoren – bereits vor längerer Zeit geordert wurden. Dazu gehöre auch die noch mögliche Netz- Anschlussplanung über das Umspannwerk Neuses. Diesbezüglich habe es eine sehr gute Vorarbeit der SÜC gegeben. „Wir verdrängen durch die Leistung dieser Anlage eine große Menge teuren Strom aus dem Netz und erreichen eine CO2-Einsparung von 2000 Tonnen pro Jahr“, sagte Gunsenheimer. „Dabei wollen wir jeden Lautertaler Bürger beteiligen, der es möchte“, machte er deutlich.

„Wichtig sind uns vor allem die Vergabeprioritäten: 1. Lautertaler Bürgerinnen und Bürger, 2. Altgenossenschaftsmitglieder und 3. Bürgerinnen und Bürger der Region“, betonte Gunsenheimer. Dann gibt es Informationsveranstaltungen für diese Gruppen. Baubeginn soll schließlich Anfang Mai 2023 sein. Interessierte Bürger können sich mit Fragen an das Büro der Bürgerenergie-Genossenschaft beim Landratsamt, Telefon 09561 / 514 9144, wenden.

Gunsenheimer teilte mit, dass die Gemeinde vom Gewerbesteueranteil profitiere und außerdem aufgrund des Erneuerbaren Energien-Gesetzes 0,2 Cent pro KWh erhalte, also 12.000 Euro/Jahr über die nächsten 20 Jahre. Gemeindegeschäftsführer Cedric Lindner teilte mit, dass die Unterlagen zeitnah ausgelegt würden und über die Bauleitplanung eventuell schon in der Novembersitzung entschieden werden könnte.

Mehrere Fraktionen haben Vorschläge zum Energiesparen eingereicht. Von der CSU-Fraktion lag zu diesem Thema ein Antrag vor. Kurzfristig soll die Straßenbeleuchtung nicht mehr so lang brennen, sondern nur noch montags bis samstags von 23 bis 4.30 Uhr und in der Nacht von Samstag auf Sonntag von 23 bis 7 Uhr. Das bedeutet aber, dass 24 Schaltstellen kostenpflichtig umprogrammiert werden müssen. Sukzessive soll auf LED umgerüstet werden. Das könnte aber bei einem Drittel der 771 Straßenlaternen technisch nicht so ohne Weiteres machbar, erklärte Bauamtsleiter Peter Welz . Im Moment erfolgten dazu konkrete Prüfungen.

Konsens besteht darin, alle gemeindlichen Liegenschaften auf die technisch mögliche und zugleich wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Photovoltaikanlagen hin zu untersuchen. Dazu sind besonders Prüfungen der Statik notwendig. Den höchsten Energiebedarf hat die Mittelschule „Am Lauterberg“ mit Kosten von bisher rund 100.000 Euro. Hier soll geprüft werden, inwieweit dort die Errichtung einer Hackschnitzel-Anlage unter Einbeziehung der benachbarten Kindertagesstätte sinnvoll erscheint. ah