Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zum Vorsitzenden des Zentralausschusses gewählt worden. Er folgt damit auf Agnes Aboum von der Anglikanischen Kirche von Kenia, die das Amt seit 2013 innehatte.

Zwei Ziele will Bedford-Strohm in seiner Amtszeit besonders verfolgen: junge Menschen beteiligen, denn „es kann nur der Sache des Weltkirchenrats nutzen, wenn sie ihre guten und kreativen Ideen einbringen.“ Und: angesichts der „schrecklichen Spaltungen in der Welt, wo Menschen sich nicht mehr verstehen, nicht einmal mehr aufeinander hören, ,Salz der Erde‘ zu sein, indem wir es anders machen, andere Wege aus den Verhärtungen finden – nicht auf Basis fauler Kompromisse, sondern auf der Basis unseres Glaubens an Jesus Christus , der eine klare Richtung hat“, so der neu gewählte Vorsitzende des Zentralausschusses.

Zu den ersten Gratulanten seiner Landeskirche gehörten der ständige Vertreter des Landesbischofs , Stefan Reimers sowie die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel. Stefan Reimers: „ Heinrich Bedford-Strohm ist es als Landesbischof immer schon wichtig gewesen, die eigene Landeskirche mit der weltweiten Ökumene zu verbinden, das persönliche Glaubensleben immer mit weltweiter Verantwortung zu füllen. Wer könnte deshalb besser, mit mehr Kontakten oder mehr Erfahrung, in der Ökumene tätig sein als er? Ich gratuliere ihm im Namen des Landeskirchenrats und seiner Landeskirche herzlich zu dieser neuen Aufgabe, die fordernd sein wird, für die er aber Herzblut und Begeisterung und seine große menschliche Weite in Fülle mitbringt.“

Annekathrin Preidel: „Ich gratuliere unserem Landesbischof sehr herzlich zu seiner Wahl und wünsche ihm reichen Segen für die großen Aufgaben, die nun vor ihm liegen. Wir leben in einer Zeit epochaler Umbrüche und entsprechend großer Herausforderungen, in der das gemeinsame christliche Zeugnis im konkreten Handeln entscheidender ist denn je. Heinrich Bedford-Strohm bringt als weitsichtiger Theologe und zugleich ausgleichender Moderator mit reicher ökumenischer Erfahrung und Kompetenz die besten Voraussetzungen mit, den Zentralausschuss im Sinne der Bestimmung des ÖRK zu leiten und im weltweiten christlichen Dialog für Hoffnung, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden einzutreten.“

Der Zentralausschuss ist das höchste Leitungsgremium des ÖRK zwischen dessen Vollversammlungen, die alle sieben Jahre stattfinden. Ihm gehören 150 Personen an.

Er wird aus der Vollversammlung heraus gewählt, leitet die programmatische Arbeitet und führt die in der Vollversammlung angenommenen „Richtlinien“ aus. Dem ÖRK gehören 352 Mitgliedskirchen an, die mehr als 580 Mio. Menschen in über 120 Ländern in allen Teilen der Welt vertreten. red