Nach zwei Jahren Corona-Pause geht das Altstadtfest im historischen Zentrum an diesem Wochenende wieder über die Bühne . Mit leichten Abstrichen: Auf ein mittelalterliches Lagerleben und den historischen Umzug durch die Straßen und Gassen müssen die Besucher heuer noch einmal verzichten.

Stadt ist heuer Ausrichter

Erstmals richtet die Stadt das Altstadtfest selber aus. Für alle Festlichkeiten ist nicht mehr wie früher der Tourismusverein zuständig; wichtige Entscheidungen trifft der nach der letzten Kommunalwahl neu gegründete Tourismus- und Kulturausschuss, wie zum Beispiel die Beschränkung des Festes auf den ursprünglichen kleineren Rahmen innerhalb der Stadtmauern . Zum ersten Mal ist Maria Brückner, die ihr Amt am 1. Mai letzten Jahres antrat, für die Organisation verantwortlich. Die 27-Jährige bekam deutlich zu spüren, was es heißt, in den von den Folgen der Pandemie gebeutelten Veranstaltungs- und Gastronomiebranchen nach Kooperationspartnern zu suchen. „Nach Corona ist es sehr schwierig, ausreichend Anbieter zu finden“, berichtet sie. Bei Absagen auf ihre Anfrage hin habe sie meist Personalmangel als Grund gehört.

Ein Rückschlag erreichte Brückner Ende März per E-Mail: „ Karl Franz , der Besitzer des direkt an unserem Festplatz gelegenen ,Roten Ochsen‘, teilte mir mit, dass er seine jahrzehntelange Beteiligung am Altstadtfest aufgibt.“ Der Wegfall der zweiten Wirtschaft am Maximiliansplatz, sonst für einen enormen Anteil am gastronomischen Angebot von Speisen und Getränken zuständig, ließ die Festorganisatorin aber nicht lange ratlos zurück. „Nachdem sich der Rückzug in unserem Städtchen schnell herumgesprochen hat, bot mir Stefan Sauerbrey vom Pörtnerhof an, am Altstadtfest einen Teil der Gastronomie am Maximiliansplatz zu übernehmen.“ Doch auch der Pächter der Gastwirtschaft in der Luitpoldstraße hat Schwierigkeiten, diese Doppelbelastung zu stemmen: „Da er bereits für den Altstadtfest-Samstag eine Hochzeit angenommen hatte, zweifelte Sauerbrey, ob er so kurzfristig sowohl ein Getränke- als auch ein Speisenangebot schaffen könnte.“ Einen Ausweg präsentierte Seßlachs Bürgermeister Maximilian Neeb (FW): „Er schlug vor, die Stadt könnte mit ihren Stadträten, Mitarbeitern und Freunden des Seßlacher Brauhauses einen Getränkeausschank am Maximiliansplatz übernehmen, natürlich mit Bier aus dem Kommunbrauhaus!“, berichtet Brückner.

Der Samstag steht ganz im Zeichen des nichtgewerblichen Flohmarkts (ab 9 Uhr). Am Sonntag findet der Gewerbemarkt statt. Den traditionellen Bieranstich werden wie gewohnt die Böllerschützen auf der alten Rodachbrücke lautstark ankündigen. Für die musikalische Untermalung sorgen am Samstagnachmittag die Blasmusiker von den „Bergesklängen Witzmannsberg“ und am Abend die „Bayernmafia“ (ab 19 Uhr). Am Sonntag begleitet die Stadtkapelle Seßlach den Frühschoppen, bevor sie von den Autenhaus’ner Musikanten abgelöst werden. Ab 18 Uhr übernehmen zum Festausklang die „Rothsee- Musikanten “ (bis 22 Uhr). bek