Das rote Sparschwein trägt Jessica Nickel nur symbolisch bei sich. Die Leiterin der Unternehmenskommunikation ist gerade auf Tour und besucht die Familien und Vereine, die Spenden aus der vergangenen Adventsaktion bekommen haben.

Familie Kuhnlein in Neundorf hat die bisherige Rekordspende von 200.000 Euro , die der Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken „Franken helfen Franken“ gesammelt hat, auf einem Konto bei der Caritas liegen. Dort wird das Geld verwaltet und an die Familie ausgezahlt, wenn es gebraucht wird.

Die Familie möchte damit sicherstellen, dass alle Spender wissen, dass ihr Geld auch wirklich nur für Anschaffungen und Umbauten verwendet wird, die die Lebensqualität von Juliane verbessern. Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten für den Umbau des Hauses und das neue rollstuhlgerechte Fahrzeug auf 700.000 Euro , sagt Tobias Kuhnlein. „Alles wird immer teurer“, klagt er und betont daher, wie „unendlich“ dankbar er und seine Familie für die Unterstützung sind.

Sohn Florentin kann gar nicht glauben, dass in dem Sparschwein nichts drin ist und schaut sicherheitshalber mal nach. Nichts. Doch Jessica Nickel hat für Florentin und seine kleine Schwester Laurena „Quetschis“ dabei – eine kleine Leibspeise der Kinder…Juliane, die seit einem Zeckenstich im Frühsommer 2020 kopfabwärts nahezu gelähmt ist, sitzt im Rollstuhl und freut sich, dass Jessica Nickel einen „guten Tag“ erwischt hat. Juliane fühlt sich wohl, kann zunehmend besser greifen und spricht wesentlich deutlicher als noch vor einem halben Jahr. Tobias gibt einen kurzen Einblick in die anstehenden Arbeiten: Die Vorbereitungen für den großen Umbau laufen bereits. Handwerker gehen ein und aus. Im Sommer, wenn der Aufzug montiert wird, wird die Familie ein paar Monate nach Neustadt zu Julianes Vater ziehen. „Die Staubbelastung ist für Juliane zu hoch“, sagt Tobias.

Individuelle Lösungen

Der behindertengerechte Sprinter, der bereits bestellt wurde, hat eine lange Lieferzeit. „Mal schauen, ob der heuer noch kommt.“ Tobias ist zuversichtlich und hat genaue Vorstellungen, wie das Leben für die Familie leichter wird. „Es braucht ganz individuelle Lösungen für Juliane“, weiß er und kämpft dafür. Sein ganzes Leben dreht sich um diese große Herausforderung. Im Moment übernimmt er täglich von 15 Uhr bis morgens die Pflege für seine Frau. Denn: „ Personal ist gerade Mangelware.“ nel