Seit dem Jahr 1929 war die Gruppe Sonnefeld und Umgebung der Kleintierzüchter aktiv, richtete die Gruppenschau und weitere eigene Veranstaltungen aus. In all den Jahren wurde sie jedoch vom Bund Deutscher Rassegeflügelzucht (BDRG) nie anerkannt, weil die Gruppe keine offizielle Ebene des Verbands ist. Die Vertreter der bisherigen angeschlossenen „Gruppen-Vereine“ haben deshalb die „Kleintierzüchter der Gruppe Sonnefeld und Umgebung“ als Verein gegründet und sich eine Satzung gegeben. Damit wurden die Voraussetzungen für eine Anerkennung durch den Verband erfüllt und für die Zukunft der aktiven Rassegeflügelzüchter im südöstlichen Teil des Landkreises wichtige Weichen gestellt.

Insgesamt 25 Anwesende aus den Nachbarvereinen Frohnlach, Gestungshausen, Hassenberg, Neuensorg, Sonnefeld , Trübenbach und Weidhausen bündeln mit der Neugründung ihre Kräfte. Mit dem Kleintierzuchtverein Schneckenlohe, der derzeit nicht beitritt, haben sie die bisherige Gruppe gebildet. Der neue Verein ist offen für alle aktiven und passiven Mitglieder aus der Nachbarschaft, die zu jeder Zeit beitreten können. In Zeiten, als der Kreisverband mit 37 Ortsvereinen eine starke Dichte und hohe Mitgliederzahlen aufwies, wurde es als praktikabel angesehen, benachbarten Vereinen eine zusätzliche Möglichkeit zu bieten, den Kontakt und den Austausch untereinander intensiver pflegen zu können, als wenn dies ausschließlich über den Kreisverband erfolgt. Deshalb fanden sich im Kreisverband Coburg lose Gruppen, die es in anderen Kreisverbänden nicht gibt.

Verein rückt mehr in die Öffentlichkeit

Heute hat sich das Bild in der Rassegeflügelzucht geändert. Viele Vereine haben eher das Problem, künftig überhaupt noch weiterbestehen zu können, da Mitglieder und Aktive fehlen und immer weniger bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Um der aktuellen Lage bei der Rassegeflügelzucht Rechnung zu tragen und den noch verbliebenen Züchtern eine Perspektive für die Zukunft zu bieten, ist eine Neuausrichtung dringend erforderlich, die wir mit der Vereinsgründung geschaffen haben“, findet Jörg Faber. Er führt die Gruppe seit vielen Jahren als Vorsitzender. Schon vor vier bis fünf Jahren hat man sich Gedanken gemacht, wie eine Neuausrichtung aussehen könnte. Mit dem neuen, lebendigeren und mehr in der Öffentlichkeit stehenden Verein soll das gelingen.

„Es muss nicht alles bleiben, wie es war, aber es gilt, Altes zu bewahren und Neues zuzulassen, denn ohne Veränderungen gehen wir Schritt für Schritt rückwärts“, führt Faber weiter aus. Im Vorfeld der Vereinsgründung setzten sich die Mitglieder deshalb mit vielen Fragen auseinander und suchten nach Optionen, wie es künftig gehen könnte. „Wir haben nach einem praktikablen Weg gesucht, um den Verbandsstrukturen Rechnung zu tragen, ohne die Mitglieder zusätzlich zu belasten, Kräfte zu bündeln und weitere Interessierte zu gewinnen, anstatt Mitglieder zu verlieren“, erklärt Jörg Faber.

Ulrich Rampel schlug schließlich vor, einen neuen Verein zu gründen. Die ehemaligen Gruppen bleiben aber eigenständig. Auch der zu leistende Gruppenbeitrag bleibt unverändert. Trotz Doppelmitgliedschaft kommen auf die einzelnen Züchter keine zusätzlichen Vereinsbeiträge zu. Eine wesentliche Entlastung gibt es für die Ortsvereine, da Informationen offen kommuniziert werden können und der interessierte Züchterkreis eine bessere Betreuung und Schulung durch die Zuchtwarte erhält. Optimismus herrscht jetzt vor. Der Vorsitzende freut sich und ruft: „Auf geht’s in die Zukunft mit unserem lebendigen Hobby der Rassegeflügel- und Kleintierzucht.“