Der letzte Vorrundenspieltag ist für den FC Coburg (13./15 Punkte) von existenzieller Bedeutung. Heute, Samstag, 15 Uhr, soll im Dr.-Stocke-Stadion nach drei Niederlagen und vier Unentschieden gegen den robusten Aufsteiger FC Fuchsstadt (9./20 Punkte) endlich der erste Heimsieg unter Dach und Fach gebracht und zumindest ein Rang im unteren Mittelfeld der Tabelle anvisiert werden. Trotz einer guten Auswärtsbilanz liegt der FCC mit 15 Zählern aus 15 Begegnungen nicht im Soll.
"Wir haben im bisherigen Saisonverlauf viel investiert, sind aber einige Male nicht belohnt worden. Der Tabellenstand entspricht nicht unserem Leistungspotential. Wenn wir vier bis fünf Punkte mehr auf unserem Konto hätten, wäre das in Ordnung", lautet die Zwischenbilanz von Coach Matthias Christl.
Das jüngste 1:1 im Nachbarderby beim FC Lichtenfels zeigte Höhe und Tiefen auf. "Wir verfügten über die bessere Spielanlage, ließen uns aber nach dem 0:1-Rückstand durch einen in der Entstehung überflüssigen Elfmeter vorübergehend aus dem Konzept bringen. Mit einer Verlagerung von Lukas Mosert aus der Viererkette ins Mittelfeld erarbeiteten wir uns nach dem Seitenwechsel gute Chancen, die leider ungenutzt blieben. Das Remis war unter dem Strich gerecht, weil die Gefahr bestand, einen Konter einzufangen", so Christl.
Mit einer offensiven Gangart will er den FC Fuchsstadt zu Leibe rücken. Bereits 30 Gegentreffer verdeutlichen, wo sich dessen Achillesferse befindet. Die kompakte Truppe aus der Nähe von Hammelburg startete als Neuling mit Euphorie in die Saison und punktete fleißig. Seit Ende September musste sie aber einige Rückschläge hinnehmen.
Matthias Christl beobachtete die Unterfranken vor Wochenfrist beim 2:2 gegen das Kellerkind FC Eintracht Bamberg, bei dem sie hölzern agierten und fast ausschließlich mit langen Bällen wenig ideenreich zu Werke gingen. Mit Dominik Halbig, der zusammen mit seinem Vater und Trainer Martin Halbig vor dieser Serie vom FC Schweinfurt II kommend seine Zelte in Fuchsstadt aufschlug und dem bulligen kopfballstarken Stürmer Johannes Feser besitzt der Gast zwei Offensivkräfte, die viel Wirbel zu entfachen vermögen, wenn man ihnen nicht auf den Füßen steht.
Das belegt die hervorragende Auswärtsbilanz von vier Dreierpacks, einem Unentschieden und nur einer Niederlage. Die Formschwankungen der heutigen Gäste sind allerdings enorm. Einem 2:9-Waterloo zu Hause gegen den TSV Abtswind stehen Erfolge beim Spitzenreiter Schweinfurt II und beim ebenfalls hoch eingeschätzten TSV Kleinrinderfeld als Ausschläge auf der Richterskala gegenüber.
Die Vestestädter wollen einerseits mit Mut zum Risiko, aber auch mit der nötigen Absicherung nach hinten agieren. Erfreulicher Weise wurde die Sperre von Goalgetter Daniel Sam, die er sich gegen Unterpleichfeld einhandelte, von vier Partien auf eine reduziert, so dass er wieder auflaufen kann. "Das Sportgericht folgte dem Druck der Öffentlichkeit und den Aussagen von Unterpleichfelder Verantwortlichen, die Sam vom Vorwurf einer Tätlichkeit freisprachen", so Coburgs Trainer. Verzichten muss Christl auf Calle Schiebel, der privat verhindert ist. Dicke Fragezeichen stehen hinter den beiden Stammkeepern. Daniel Shabestari verletzte sich am Montag im Training. Jannik Knoch laboriert an einer Grippe.
Im Vorspiel empfängt der FC Coburg II um 12 Uhr in einem Kreisligaduell den Titelaspiranten TSV Meeder.