Glas- und keramische Industrie beeinflussen die Umwelt. Dieser Binsenweisheit wird wohl niemand widersprechen. Aber wie sah das in den vergangenen Jahrzehnten aus? Die Bezirksgruppe Sonneberg/Neustadt des Geschichtsvereins Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) lädt zum Vortrag "Industrie und Umwelt - ein Blick auf die Region" mit Eberhard Irmer aus Grub am Forst am Montag, 13. November, um 19.30 Uhr in die Stadtbücherei Rödental (Bürgerplatz 1) ein. Der Referent wird das komplexe Verhältnis zwischen Industrie und Umwelt im nördlichen Franken beleuchten. Industrie und Umwelt bestimmen die Lebensqualität in der Gesellschaft entscheidend mit. Mit Blick auf die Region wird vor allem die industrielle Glasherstellung betrachtet. Sie ist von Haus aus umweltproblematisch, weil sie über einen Schmelzprozess läuft und deshalb energieintensiv und emissionsstark ist. Verstärkend kommt hinzu, dass sie in der Region mit einer größeren Zahl an Unternehmen inmitten einer äußerst sensiblen Umwelt - hier liegen die Naturparks Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Frankenwald, Thüringer Wald - angesiedelt ist. Der Vortrag zeigt Fortschritte, die die Glasindustrie und der Glasanlagenbau bei der Entwicklung umweltfreundlicher Prozesse und Produkte in den vergangenen 50 bis 60 Jahren erzielt haben. Ein Highlight neuerer Zeit sind Glasprodukte, die selbst als Komponenten in Umwelttechnologien eingesetzt werden. Entgegen den CHW-Gewohnheiten liegt der "Historien-Horizont" mit 50 bis 60 Jahren relativ gegenwartsnah, da erst seit dieser Zeit Umweltfragen in den Fokus gerückt sind und Maßnahmen ausgelöst haben. Außerdem wird der Begriff der Region weiter gefasst, weil sich Umwelteinflüsse über Grenzen ausbreiten und daher nicht näher eingegrenzt werden können. red