In Zeiten von Corona müssen sich auch die Kirchen auf die veränderten Umstände einstellen. Für die Herzogenauracher Stadtpfarrei St. Maria Magdalena bedeutete dies am Heiligen Abend statt einer Weihnachtsmette in der Stadtpfarrkirche eine Freiluft-Mette in den Weihersbach-Anlagen. Viele Gläubige nahmen unter Beachtung der herrschenden Abstandsregeln daran teil.

Von Helfern war das Gelände für die Feier vorbereitet worden. Dazu gehörten kleine Feuerstellen, die vor dem Podium brannten. Das Zeltdach des Podiums im Weihersbach leuchtete als blauer Sternenhimmel.

Gebete im Nieselregen

Über dem Areal verteilt, auf dem während der Sommerkirchweih die Bänke für die Gäste stehen, markierten rot leuchtende Öllichter die Position für Familien oder Einzelpersonen, die sich dort unter Wahrnehmung der Abstandsregeln aufstellen konnten.

Für den Abend angesagt waren auf jeden Fall auch Regenschirme, denn zeitweise nieselte es leicht.

In seiner Predigt nach der Verlesung des Lukasevangeliums stellte Stadtpfarrer Helmut Hetzel fest: "Ohne Kontakt geht nichts, das sehen wir nun!" Die Gläubigen müssten nun auf vieles verzichten, was bisher selbstverständlich gewesen sei.

Für uns Christen sei wichtig, dass Gott an Weihnachten versucht, mit den Menschen in Kontakt zu treten, wodurch er Lebenszusage und Lebenszuversicht schaffe. Gebet heiße, den Kontakt Gottes mit uns bewusst wahrzunehmen und Vertrauen in die Gegenwart Gottes zu wagen. Nach der Mette entließ Hetzel die Gläubigen in die dunkle Nacht des Heiligen Abends.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Toni Rotter am E-Piano, Norbert Engelmann mit der Posaune und Marc Hoschek, Gesang. Nicht wenige der Besucher werden an diesem Heiligen Abend den eigenen Gesang mit den anrührenden Weihnachtsliedern, der bedingt durch die Corona-Beschränkungen heuer nicht möglich war, schmerzlich vermisst haben.