Porzellan - das "weiße Gold" - ist der Werkstoff der in Bamberg lebenden Künstlerin Christiane Toewe. Und im Umgang damit ist sie eine wahre Meisterin, wie jeder anerkennen muss, der ihre extrem feinen, durchscheinenden Gefäße und Objekte in Weiß-, Creme- und Gold-Tönen einmal gesehen hat. Von der Europäischen Metropolregion Nürnberg wurde sie im März 2018 zur "Künstlerin des Monats" gekürt. Jetzt wurde ihr die Auszeichnung nun offiziell im Rahmen eines Empfangs im Rokokosaal des Alten Rathauses übergeben.
Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) konnte laut der Pressemitteilung der städtischen Pressestelle gleich in zweifacher Rolle gratulieren: "Die Stadt Bamberg ist sehr stolz, dass eine der bedeutendsten bildenden Künstlerinnen unserer Stadt eine Auszeichnung für ihre Arbeit erhält. Ich gratuliere Ihnen zu dieser Auszeichnung sehr herzlich - auch in meiner Funktion als Ratsvorsitzender der Europäischen Metropoloregion." Christiane Toewe, so Starke in seiner Laudatio, demonstriere seit vielen Jahren, dass die Porzellankunst in Bamberg nicht nur in der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus beheimatet ist, sondern in diesem Bereich von ihr Bewundernswertes in der zeitgenössischen Kunst geleistet werde. "Ihre künstlerische Arbeit, die hauchdünnen Porzellankörper, diese Objekte - sie sind großartig und einzigartige Kunstwerke."


Fragiles Material

In skulpturalen Einzelwerken und Rauminstallationen, unterschiedlichen Bearbeitungen und vielfältigen Nuancen ist das fragile Material Porzellan seit 1990 Hauptbestandteil der Werke von Christiane Toewe. Ihre Objekte brennt sie in reduzierender Atmosphäre bei 1340 Grad im offenen Feuer ihres Gasofens im Atelier in der Hainstraße.
Ausgebildet wurde Toewe zur Keramikerin in der Krösselbacher Fayence Manufaktur und in den Werkstätten von Signe Pistorius-Lehmann und Christian Cropp. Anschließend besuchte sie die Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen. Nach einer Studienreise nach Hongkong und China ging sie zum Studienaustausch an das College of Art and Design in Farnham/England. Im Anschluss an die Meisterprüfung im Keramikhandwerk/Koblenz eröffnete die Künstlerin 1994 ein eigenes Atelier für Studioporzellan in Bamberg. 2001 setzte sie eine Ausbildung zur Multimedia-Designerin obendrauf und produziert seitdem auch Foto- und Videoarbeiten.


Zahlreiche Auszeichnungen

Bei ihren beeindruckenden und ästhetischen Rauminstallationen bleibt Toewe dem Material Porzellan ebenso treu, verbindet die Einzelobjekte aber meist zu einem - oftmals fragilen - Ganzen. In Werken wie "whispering bottles", "mare nostrum" und "take care" greift sie gesellschaftspolitische Themen auf und bezieht den Betrachter direkt mit ein. In den "whispering bottles", mit denen sie 2017 den Publikumspreis von "ortung X - im Zeichen des Goldes" gewann, geht es um Interaktion und Kommunikation.
Für ihr künstlerisches Werk erhielt sie zahlreiche weitere Preise, darunter die Sonderpreis Dekorgestaltung Rastal/Westerwald (1989), die Silbermedaille Biennale für Keramik/Kairo, Ägypten (1998), den 2. Preis int. cyberspace ceramic art competion (1999) sowie den Anerkennungspreis Bund Fränkischer Künstler (2014) und den Kunstpreis Hollfeld für ihre Rauminstallation "mare nostrum" (2017).
Vom 10. bis 13. Mai werden ihre Arbeiten zudem auf der Kunstmesse ART-MuC in München präsentiert. Im Juni folgt eine Kooperationsausstellung mit der Nürnberger Künstlerin Katja Wunderling.
Wer sich für Christiane Toewes Werke interessiert, kann sich auch in ihrem Bamberger Atelier mit dazugehörigen Ausstellungsraum umschauen. Das Atelier in der Hainstraße 57 ist täglich geöffnet. Eine telefonische Terminabsprache ist sinnvoll.
Weitere Informationen zur Künstlerin gibt es im Netz unter www.toewe.net . red