Bamberg — Der renommierteste und mit 10 000 Euro höchstdotierte deutsche Wissenschaftspreis der Betriebswirtschaftslehre geht in diesem Jahr an einen Forscher der Universität Bamberg: Für seine Arbeit zum Thema "Technostress" wurde Christian Maier der Schmalenbach-Preis 2015 verliehen.
Der Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen, von Prof. Tim Weitzel beschäftigte sich in seiner Promotion mit dem Stress, der durch die Überflutung mit elektronischen Nachrichten und der stetig wachsenden Interaktion in sozialen Netzwerken entsteht. Denn Schätzungen zufolge werden täglich weltweit 200 Milliarden E-Mails empfangen oder verschickt. Dazu kommen rund 30 Milliarden WhatsApp-Nachrichten. Dieser sogenannte Technostress löst Konzentrationsschwierigkeiten aus, führt zu Vergesslichkeit, Müdigkeit oder Bluthochdruck. Vor dem Hintergrund der zunehmenden IT-Infrastruktur in Unternehmen wird Technostress zu einem betriebswirtschaftlichen Problem. Denn Mitarbeiter und Führungskräfte, die unter Technostress leiden, treffen schlechtere Entscheidungen. "Ich konnte in meiner Arbeit nachweisen, wodurch Technostress in Unternehmen ausgelöst wird, und Vorschläge für die Praxis entwickeln, damit man diesen negativen Stress vermeiden kann", so Maier.
Die Düsseldorfer Professorin Barbara E. Weißenberger, die als Vorsitzende des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft die Preisjury leitete, begründet die Entscheidung für die Auswahl von Christian Maier: "Die Arbeit ist modern und interdisziplinär und adressiert eine für die BWL hochrelevante Schnittstellenproblematik. Sie ist theoretisch und methodisch innovativ vielfältig verfasst und besitzt ein breites und exzellentes anwendungsorientiertes Potenzial. Sie ist damit ein wichtiger und wegweisender Beitrag, um den ,betriebswirtschaftlichen Werkzeugkasten' in Unternehmen im Bereich moderner Informationstechnologien zu ergänzen."
Der Schmalenbach-Preis wird von der Schmalenbach-Stiftung vergeben und ist nach Prof. Eugen Schmalenbach, einem der bedeutendsten Betriebswirte Deutschlands, benannt. Sein Hauptanliegen war die Entwicklung einer anwendungsorientierten Betriebswirtschaftslehre, ein Ziel, das er in enger Verbindung von Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspraxis zu erreichen suchte. red