Zu einem fulminanten musikalischen Ereignis wurde am Wochenende die Aufführung von Mozarts Requiem in der Höchstadter Stadtpfarrkirche. Unter der Leitung von Julian Steger gastierten das überregional zusammengesetzte "Vokal-Projekt" und das Orchester "M 18" in St. Georg. Das unvollendete und weltweit bekannte Werk eines der bekanntesten Komponisten der Musikgeschichte kam vergangenen Samstag nicht in der hinlänglich bekannten Vollendung von Franz Xaver Süßmeier zu Gehör, sondern in der musikwissenschaftlich fundierteren Version von Franz Beyer, Robert D. Levin und Daniel Grote.

Perfekte Harmonie

Orchester, Chor und die vier Gesangssolisten harmonierten so sehr, dass die Darbietenden als musikalische Familie bezeichnet werden können. Die Sänger und Musiker erweckten den Eindruck, dass sie in freundschaftlicher Verbundenheit zusammen etwas ganz Besonderes bieten wollen. Diese Authentizität kam bei den Zuhörern unmittelbar an. Der Funke sprang über.

Das Requiem war kein Konzert, es vermittelte die klassische Totenliturgie. Der von Mozart musikalisch herbeigeführte Spannungsbogen zwischen der Ernsthaftigkeit des Gottesgerichtes am Ende der Tage und dem Vertrauen auf seine Barmherzigkeit sowie die Wirksamkeit des Gebetes für die Verstorbenen kam mehr als deutlich zum Vorschein.

Das stellte auch das Ende jener passend zum begonnenen Totenmonat November aufgeführten Konzertliturgie dar: Stille statt Applaus, das Geläut der tiefen Totenglocke statt frenetisches Kreischen - minutenlang.

Die Betroffenheit wandelte sich sodann in den verdienten Applaus für die Künstler. Doch deren Reaktion führte passend zum eigentlichen Geschehen zurück: Als Zugabe spielten und sangen sie Mozarts "Ave verum". Ganz zum Schluss noch einmal Gänsehaut, weil bewegte Musiker mit Julian Steger zu bewegen vermochten. LM