Die Ausgangsbeschränkung macht der Kulmbacherin Jacqueline Baumüller (23) kaum zu schaffen. Denn soziale Kontakte hat die angehende Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung trotzdem. Auf dem Rechner läuft aktuell eine Konferenz mit drei Gleichgesinnten.

Dennis Brunner (21), André Kienzle (20) und Lukas Kielmann (20) sind in der Leitung. Alle drei sind IT-Azubis. Dass Jacqueline Baumüller aus Kulmbach ist, die anderen drei aber in Münchberg oder Bayreuth sitzen, tut nichts zur Sache.

"Wir sind alle computerbegeistert, das ist für uns normal. Wir sind im Live-Stream und es ist fast so, als wenn wir in einem Raum sitzen würden", erklärt Baumüller.

Die vier hatten sich entschlossen, bei einem "Hackathon" mitzumachen. Sie wollten in einer Nonstop-Computer-Sitzung gemeinsam ein Projekt entwickeln, das in Zusammenhang mit dem Kampf gegen Corona steht. Die vier Oberfranken mussten nicht lange überlegen. Sie stellten die Situation der Landwirte in den Mittelpunkt und kreierten eine Internetseite, die Bauern und Erntehelfer zusammenbringen kann.

"Das war schon cool"

Die Hauptarbeit haben die vier jungen Leute innerhalb von 48 Stunden erledigt. Gleichzeitig programmierten sie und stimmten sich bei Problemen ab. "Das war schon cool, dass man immer mit dem anderen über die Leitung in Kontakt war, dass man sich sofort weiterhelfen konnte", sagt Jacqueline Baumüller.

Innerhalb einer Woche wurde dann noch der Feinschliff an der Seite vorgenommen. Und jetzt steht sie online.

Unter www.abernten.de kann man sich registrieren. "Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die Seite auf dem Handy, dem Tablet und dem Computer nutzbar ist. Sie lädt schnell, auch bei langsamen Internetverbindungen. Und wir hoffen natürlich, dass jetzt Leute zusammenfinden", sagt Baumüller.

"Von uns hat jeder mindestens 35 Stunden in die Seite investiert. Das war viel Arbeit, aber es hat Spaß gemacht", erklärt Lukas Kielmann.

Insgesamt standen bei dem "Hackathon" gegen den Virus rund 800 mögliche Aufgaben zur Wahl. "Wir wissen natürlich, dass auch andere solche Seiten machen. Aber jede Seite hat ein Alleinstellungsmerkmal. Und je mehr es gibt, desto besser", so Lukas Kielmann. "Uns war auch wichtig, dass wir den Datenschutz einhalten. Auch wenn man Hilfe im Kleingarten benötigt, kann man sich melden", ergänzt André Kienzle.